Die Hauptstadt der Provinz Zhenjiang, Hangzhou, ist in ganz China bekannt, wegen des Westsees (Xihu), einer idyllischen Landschaft inmitten einer idyllischen Natur. Schon Marco Polo bezeichnete Hangzhou als die schönste Stadt der Welt. Der malerische See, kunstvoll angelegte Gärten sowie Berge mit Quellen und Bächen locken seit Jahrhunderten Gelehrte und Künstler an, die die herrliche Umgebung in Worten und Gemälden festhalten. Auch ich war von der prächtigen Natur und der Pfingstrosengärten beeindruckt.


 

Etwa 6 km südwestlich des Sees liegen die Dörfer Shifeng (Löwengipfel), Longjing (Drachenbrunnen), Meijiawu (Pflaumenblüte) und Hu Pao (Tigersprung), welche für seinen Longjing Tee bekannt sind, der auf den umliegenden Hügeln geerntet wird. weiterlesen …



Swaraj Kumar Benerjee

WIE ICH TEE TRINKE

Die Teesträucher ruhen von November bis Februar. Der First Flush zeigt sich im März. Ich liebe es, vom Schlaf zu erwachen mit diesem an Pfirsiche erinnernden Bouquet.

Wenn der Tag voranschreitet und die Energie gegen Mittag schwindet, beleb ich meine Lebensgeister mit einer Tasse Second Flush “Muscatel. Der Muscatel wird in der Zeit der Trägheit nach dem Geschenk des First Flush produziert.

Der Grüntee wird hergestellt, wenn der Monsunregen die Hänge von Darjeeling reinwäsht. Ich habe mir angewöhnt, während des Nachmittags viele Tassen Grüntee zu geniessen.

Von der Plantagenarbei heimgekehrt, liebe ich es, in der Abenddämmerung eine gute Tasse des rosenähnlichen Autumnal zu trinken, der vor der Winterpause geerntet und hergestellt wird. weiterlesen …



Im Tal des Brahmaputra, in Nord-Bengal und in Nilgiri befinden sich unzählige Teegärten die einen Großteil der Monokultur bilden.   Nahezu alle diese Gärten grenzten einst an große Waldgebiete, von denen inzwischen weniger als ein Zehntel übriggeblieben ist. In Nord-Bengal zeigen sich die Konsequenzen bereits in der Umwelt. Hier kam es zu einigen der größten Erdrutsche Indiens. Den dabei entstandene Bodenverlust versucht man mit der Anwendung von Kunstdünger und Pestiziden auf den noch nutzbaren Flächen auszugleichen.

Auch der Tee leidet darunter, denn es rutschen ganze Teefelder von teilweise über 4.000 m2 den Abhang hinunter. So beuten die „Kräfte des Marktes“ den letzten Rest an Lebensressourcen aus. Immer mehr Teeplantagenbesitzer resignieren und geben den Tee-Anbau auf.

In Makaibari jedoch wird jedes Jahr einer der feinsten Tee geerntet. Der Inhaber der Teeplantage Swaraj Kumar Banerjee bewirtschaftet die Plantage nicht nur biologisch sondern in vollkommenen Einklang mit der Natur und der Erde. Betrachtet man den gegenwertigen Zustand der Hänge des gesamten Hochlandes von Darjeeling, so kommt der Erhaltung der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich  in Makaibari noch eine viel umfassendere Bedeutung zu. Man ist erstaunt über die Artenvielfalt und den vorbildlich erhaltenen subtropischen Regenwald, der zwei Drittel der Fläche des Teegartens ziert. Wo sonst in bewirtschaften Gebieten begegnet man noch freilaufenden Leoparden, Panthern, Fasanen, unzähligen Vögeln und einer Fülle von Schmetterlingen? weiterlesen …



Chai gewinnt in Deutschland immer mehr an Popularität. Ob im Teebeutel, lose oder als Instant-Pulver – es gibt ihn in unzähligen Variationen und Geschmacksvarianten. Auch in vielen Cafés bekommt man ihn mittlerweile angeboten. Dabei wissen nur wenige Fans von diesem neuen deutschen Life-Style Trend, dass Chai der populärste Tee in Indien ist.

Schwarzer Tee wird in Indien immer mit Milch getrunken. Man könnte glauben, es handelt sich um eine englische Gewohnheit, dass seinen Ursprung in der Kolonialzeit hat. Doch ist ihr Ursprung tatsächlich rein indisch. Die Inder bemerkten, das die Gerbstoffe im Schwarzen Tee dem Magen schadeten. Also “vermählten” sie den Schwarzen Tee mit ihrer guten heißen Milch,  die die Wirkung der Gerbstoffe dämpft. Zudem fügten sie ein paar heimische Gewürze hinzu. Der indische Chai war geboren – ein sehr konzentriertes und würziges, aber am Gaumen sehr mildes Getränk. weiterlesen …



“Nach einem Flug von zwölf Stunden und der siebenstündigen Zeitverschiebung verfällt man zunächst in einen Tiefschlaf, aus dem einen nur ein schriller Wecker herausreißen kann. So ging es mir am ersten Morgen in Japan. Danach das volle Programm, in dem mehrere Teeverkostungen enthalten waren. In Summe habe ich gut einen Liter Grüntee und einige Tassen Matcha verkostet. Die Folge war eine anregende Zeit: Tagsüber gut drauf, aber am Abend kein Funken von wohlverdienter Bettschwere. Das Hirn ließ sich nicht abschalten; auch Kniebeugen und Liegestütze, die in dem winzigen Zimmer kaum machbar waren, halfen nicht. Um drei Uhr nachts noch immer hellwach und keine Spur von körperlicher oder geistiger Müdigkeit. So ging es drei Tage und zwei Nächte. Nachts begann ich darüber zu sinnieren, warum die Japaner ein so fleißiges Volk sind. …”

 

 

Herrn Dr. Glück habe ich in Japan kennengelernt. Er kam zum ersten Mal nach Japan um für sein neues Buch zu recherchieren.  Matcha – ” das gesunde Grünteee-Wunder” war das spannende Thema seiner Erkundungen.

Ein Jahr später halte ich mein persönliches Exemplar in der Hand. Das Buch ist ein kleiner, aber sehr interessanter und ausführlicher Ratgeber über Matcha. Schritt für Schritt lüftet Herr Dr. Glück in lockerer und witziger Art das Geheimnis um Matcha. Viele interessante Informationen über die traditionellen Hintergründe, die medizinischen Aspekte sowie die genussvolle Verwendung von Matcha sind mit witzigen Geschichten, wie die kleine Anekdote oben,  versetzt.

Das Buch ist absolut empfehlenswert für die Teetrinker, die mehr über das exquisite Getränk erfahren möchten.

Hier gibt es das Buch zu kaufen.



Der Sommer verwöhnt uns dieses Jahr nicht mit seiner Aufmerksamkeit. Auf der Sehnsucht nach der Sonne und der wohltuender Wärme habe ich mir einen Marokkanischen Minztee zubereitet. Die Pfefferminze wächst ja auch reichlich im Garten.

Es mag ungewöhnlich zu sein, dass grüner chinesischer Tee zum Lieblingsgetränk eines Afrikanischen Landes wurde. In vielen Ländern des Kontinents bevorzugt man einen kräftigen Schwarztee. Die Tradition reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als England nach neuen Märkten suchte und Marokko drängte, Tee zu trinken und bei den Engländern zu kaufen. Tee, Teeservice und Zucker wurden im 19. Jahrhundert  als Geschenke an den Königshof von Marokko gesendet und es dauerte nicht lange, bis das Volk begann, Tee zu trinken. Doch die Schwarzen Tees hatten bei Marokkanern wenig Erfolg. Es setze sich chinesischer Grüner Tee durch, der dort mit viel Zucker und Pfefferminze, grüner Minze oder anderen Duftkräutern vermischt wurde. weiterlesen …



Wann “lebt” ein Pu Erh nicht mehr?

Im Südwesten Chinas, in der Provinz Yunnan, auch die “Provinz des ewigen Frühlings” genannt, liegt der Ursprung der Teekultur. Seit über 1700 Jahren wird hier der bekannteste und auch älteste Tee, der Pu Erh hergestellt. Sein Markenzeichen sind der alte Teebaum und am die mehrere Jahre andauernde Teelagerung. Ein natürlich gereifter Pu Erh ist wie ein Mensch, der mit dem zunehmenden Alter unter Last seiner Erfahrungen interessanter wird.

Häufig werde ich gefragt, wie lange man ein Pu Erh Tee lagern kann? Ich kann nur ehrlichen Antwort geben: Ich weiß es nicht… . In der Fachliteratur findet man oft die Aussage, dass nach ca. 30 Jahren Lagerung der Pu Erh seinen Höhepunkt erreicht. Letzte Woche hatte ich die großartige Gelegenheit bekommen viele Pu Erh Schätze zu verkosten, unter anderem Fladen aus den Jahren 1999, 1989 1980,1979 und 1950. Der älteste Tee war bereits 60 Jahre alt und – er lebte. Im Laufe der Zeit wurde der Tee eine individuelle, einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit. Er hatte einen sehr klaren und ruhigen Geschmack den man mit keinem anderen Tee vergleichen kann.

Die Geschichte des Tees zählt mehrere Tausend Jahre. Tee mag keine feste Aussagen und lügt nicht. Mann kann nicht mit mathematischer Genauigkeit das beste Alter, die genauen Ziehzeiten und Wassertemperaturen festlegen. Jeder Tee verrät uns, ob er sorgfältig gepflückt, verarbeitet und gelagert wurde. Wann “lebt” nun ein Pu Erh nicht mehr? Wann hat er keinen Geschmack und Aroma? Ich weiß es nicht…



Tee und “La Traviata”

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen unsere Seele. Der Frühling ist da und die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Schon Anfang Februar kann man sich in unserer Gegend an den wundervollen Blüten dieser exotischen Schönheit erfreuen: der Kamelie, einer engen Verwandten des Teestrauchs.

KamelieIn der Familie der Teestrauchgewächse bildet die Gattung Camellia mit ihren über 100 Arten die größte Sippe. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nepal bis Japan, mit einem Zentrum der Vielfalt im chinesischen Yunnan. Die meisten Arten der Kamelien wachsen in subtropischen, immergrünen Bergwäldern. Der Teestrauch (camelia sinensis) kann als Wildform zu einem Baum von mehr als 25 m heranwachsen. 

Wahrscheinlich erhielten die Portugiesen über Ihre damalige Kolonie Macao an der Südküste Chinas als erste Europäer Kenntnis von den Kamelien. Von hier aus gelangten im 16. Jahrhundert auch die ersten Teeimporte nach Europa. Erst Jahrzehnte später, am Ende des 18. Jahrhunderts, brachten die Kapitäne der Englischen Ostindien-Kompanie die Vielfalt der Kameliensorten nach England. 

Anfangs noch wenigen Botanischen Gärten vorbehalten, wurde die Kamelie im 19. Jahrhundert zur Modepflanze des Adels und Großbürgertums. Wohlhabende Pflanzenliebhaber, die den Erwerb immer neuer botanischer Kostbarkeiten für ihre Wintergärten und Gartenanlagen anstrebten, zahlten große Summen für die Entdeckung und den Import neuer Kamelien. Gleichzeitig entstanden in ganz Europa Gärtnereien, die den ständig wachsenden Bedarf an neuen Sorten deckten. 

Auch in der Literatur fand die Kamelie ihren Platz. So zeugt Alexandre Dumas 1848 veröffentlicher Roman „Die Kameliendame“ von der allgegenwart der Pflanze zur damaligen Zeit. Wenige Jahre später entstand aus dieser Romanvorlage Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“.



Japanische Teesorten wie Sencha, Gyokuro oder Matcha haben längst viele Tee-Liebhaber in Deutschland. Hier eine Überblick über die wichtigsten Teeanbaugebiete (Karte zum Vergrößern anklicken):

Von den 47 Japanischen Provinzen sind Shizuoka, Kagoshima und Mie die drei größten Teegebiete. Shizuoka, das Teegebiet westlich von Tokio, befindet sich zwischen dem Mount Fuji in der pazifischen Küste weiterlesen …



Um die „Trilogie“ über eine meiner Lieblingsinseln abzuschließen, habe ich noch ein kleines Video zusammen gestellt. Es geht um einen sehr seltenen und auch kostbaren Ceylon Tee: den Silver Tip.

Auf Sri Lanka werden sehr gute, aber überwiegend Massentees, produziert. Denn hochwertige Raritäten wie den Silver Tip zu produzieren ist sehr mühsam und aufwändig. Die Nachfrage nach diesen Tees ist äußerst gering. Für Plantagen-Besitzer ist es profitabler die einfacheren Tees herzustellen und diese in Container-Mengen nach Europa, Russland und die Arabischen Ländern zu verkaufen. Nur sehr wenige experimentieren und produzieren aus Überzeugung Tee-Raritäten.

Ich liebe Ceylon-Tees für ihr intensives, leicht süßliches Aroma, Nuancen von Karamell, Muskat oder Zitrusfrüchten im Geschmack. Auch dem Ceylon Silver Tip verleihen der Regen, die Sonne und der Boden von Nuwara Eliya seinen unvergleichlichen Charakter. Der Tee überrascht mit Süße und angenehmer leichter Feigen-Note. Neben Saphiren  ist er ohne Zweifel ein weiteres Juwel aus Ceylon.

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