Japanreise – auf der Suche nach Matcha

Eines der Ziele meiner Reise war es auch einen außergewöhnlichen Matcha zu finden. Ein Pulvertee, der für die japanische Tee-Zeremonie benötigt wird, hat in Japan jahrhundertelange Tradition. Bis vor wenigen Jahren in Europa nur von Kennern getrunken, gehört Matcha in jüngster Zeit zu einem modernen Getränk auf dem europäischen Teemarkt. So entwickelt sich eine Vielzahl von Trends rund um den Matcha, welches ursprünglich von buddhistischen Mönchen als Medizin sowie als konzentrationsförderndes Mittel bei Meditationsübungen verwendet wurde.

Ich persönlich trinke sehr gerne Matcha. Leider wurde ich in Laufe der Zeit mit verschiedensten Qualitäten konfrontiert, von den höchsten Graden für die Teezeremonie bis zu niedrigen Graden für die Massenproduktion von Koch- und Backwaren. Für meine kleine Tee-Kollektion wollte ich einen besonderen Matcha finden, der sehr weich, leicht süßlich und ohne bittere Note ist. Bei einem Besuch einer kleinen Manufaktur (die wirklich sehr klein ist) konnte ich die Matcha-Herstellung genauer ansehen und die verschieden Matchas verkosten. Nach dieser Verkostung konnte ich zwar Nächte lang meditieren, aber ich hatte Matcha, das ich suchte.

Matcha wird aus Tencha hergestellt. Dafür werden die Tee-Pflanzen drei bis vier Wochen vor der Ernte (ab Mitte April) abgedeckt, wodurch die Teeblätter reduzierte Sonneneinstrahlung erhalten. Nur die obersten, frisch gesprossenen Blätter werden für hochwertige Matchas per Hand gepflückt und noch am selben Tag der Ernte gedämpft. Dadurch wird der Oxidationsprozess verhindert und die Blätter behalten ihre grüne Farbe. Im nächsten Schritt werden die Blätter ca. 20 Minuten lang unter Hitzezufuhr getrocknet. Ich habe die Tencha-Blätter pur probiert. Der Geschmack hat mich überrascht: sehr angenehm nussig und nicht die Spur von Bitterkeit.

Als nächstes werden die Tee-Blätter von Stängeln, Blattadern, etc. getrennt, bevor sie weiter getrocknet werden. Daraufhin wird Tencha in Steinmühlen zum eigentlichen Matcha gemahlen, einem sehr feinen Pulver. Dieser Prozess ist sehr langwierig: eine Mühle mahlt pro Stunde nur etwa 40 g Matchapulver.

Die Matcha, die ich ausgesucht habe, werden voraussichtlich Ende Juni eintreffen. Dann können Sie selbst den Tee verkosten und sich ein Bild davon machen.




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