Archiv für Januar, 2011
Die Suche nach einem sehr guten Tee ist mühsam. Einem Tee, der allen Veränderungen der Zeit und Trends widerstanden hat, der so gemacht ist wie früher. Dong Ding ist mittlerweile zum Synonym der Formosa Oolongs geworden. Sehr viele Tees, die aus Taiwan kommen heißen Dong Ding. Ich suchte aber nicht nach dem leicht fermentierten und nach grünem Tee schmeckenden Oolong, den man an jeder Ecke bekommt, sondern nach „dem Dong Ding“ den ich einmal kosten durfte und deren Geschmack ich nicht mehr vergas.
Unter vielen Dong Ding Teeproben, die zur Degustation aus Taiwan eintrafen vermisste ich diesen typischen Geschmack den Dong Ding unverwechselbar macht: vielschichtig, kraftvoll und mit leichtem Maiglöckchen-Aroma. Verblüffend war auch, wie unterschiedlich “Dong Ding” schmecken kann. Ich wollte den Dong Ding finden, der aus einem der drei Dörfer Pin Ding, Yung Long oder Feng Huan in Lugu (Nantou Bezirk) kam, von Blätter des Qingxin Teebaumes stammt und nach traditionellen Methoden hergestellt wurde. Den ganzen Beitrag lesen…

Ich habe in meinem Blog bisher nicht viel über Teebücher geschrieben, da ich der Meinung war, es gibt keine guten Bücher über den Tee in deutscher Sprache. Dieses kleine Buch, welches im November 2010 erschienen ist, faszinierte mich von der ersten Seite und nahm mich auf eine schöne Reise durch die Welt des guten Tees. Die Autorin dieses Buches, Menglin Chou, habe ich letztes Jahr in Zürich kennen gelernt. Mit einer Offenheit, Klarheit der Gedanken und einem Hauch von asiatischer Poesie sprach Sie über den Tee und über die feinen Unterschiede zwischen Westen und Asien.
„Guter Tee spricht für sich selber. Der Tee lügt nicht“, lautet Ihr Grundsatz. Für viele Teetrinker in Westen ist Ihre Sichtweise auf das älteste Getränk der Welt jedoch ungewöhnlich. Statt über Wassertemperatur, Ziehdauer und Sorten zu dozieren, lässt sie sich von Geist des Tees zu geistreichen Gedanken über Schönheit, Originalität und Herkunft anregen. Den Tee soll man zu sich sprechen lassen, ihm begegnen in aller Unvoreingenommenheit, wenn man vor Ihm sitzt. „All ihren Mut flicht sie ein in Ihr eigenes Verständnis zu der alten Kulturpflanze Tee. Allerdings nicht zu der modernen Form des arg gebeutelten Blattpartikels, sondern zur Schönheit des ganzen Blattes, das sowohl im Anbau wie in der Fertigung eine gute Erziehung genossen hat. Und darum eigenständig ist, charaktervoll, Gefühle auslöst von Wärme, Gemeinschaft, Freunde“.
Dieses Buch ist ein Muss für die jenigen die den Tee nicht nur einfach trinken, sondern verstehen und zelebrieren lernen möchten. Vielen Dank Menglin.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit bei Amazon: Blätter vom Teeweg: Notizen einer Teeliebhaberin
Über den Taipei Yilan Highway verlässt man Taiwans Haupstadt Taipei in Richtung Pinglin. Der Regen hat nachgelassen und hin und wieder schimmert blauer Himmel durch die Wolken. Von tiefen Wolken umfangene smaragd-grüne Berge ragen über die Täler. Mitgerissen vom Rhythmus der Natur vergisst man hektisches Treiben und Trubel unserer urbanen Existenz.
Wenn wir über Pinglin sprechen denken einige Teetrinker automatisch an den Wenshan Pouchong Tee. Aufgrund seiner Gebirgslandschaft, der hohen Luftfeuchtigkeit, warmen Temperaturen und fruchtbaren Böden, bietet Pinglin optimale Bedingungen für das Wachstum von Teepflanzen. Pinglin liegt zwischen 300 und 800 m üNN und ist umgeben von Bergen der Xue Shan Kette. Aus dem Feitsui Wasserreservoir wird die Metropole Taipei mit Trinkwasser versorgt. Um das Trinkwasserqualität zu gewährleisten, hat die Regierung 1983 die Region geschützt. Die Teepflanzen können nun das ganze Jahr in einer natürlichen und sauberen Umgebung wachsen. Den ganzen Beitrag lesen…
Auf dem Hügel Monte Verità im schweizerischen Ascona befindet sich eine kleine Teeplantage. Das dort am Nordufer des Lago Maggiore einzigartige Mikroklima bietet gute Voraussetzungen für den Tee-Anbau. Von Palmen, Kastanienbäumen, Magnolien, Kamelien und Oleander umgeben, wachsen und gedeihen hier rund 1000 Teepflanzen.
Die Plantage wurde im Jahre 2006 nach japanischem Vorbild angelegt und die ersten Ernten wurden bereits zur kleinen Mengen Grüntee verarbeitet. Eine kommerzielle Teeproduktion wird aber auf Monte Verità nicht geben. Der Tee wird ausschliesslich für Studienzwecke, Seminare und für den Direktverbrauch des Grüntee-Zentrum, das zur Miniplantage gehört, verwendet. Hier finden auch japanische Teezeremonien mit entsprechender Erklärung, sowie Kurse und Seminare statt.
