Glenburn

Ich möchte euch heute an einen der schönsten Plätze auf dieser Welt entführen: den Teegarten Glenburn in Darjeeling.
Nach mehreren Stunden Furcht erregender Fahrt im Geländewagen auf der kurvenreichen Bergstraße habe ich endlich mein Ziel erreicht: der Glenburn Teegarten in West Bengal, an der Grenze zu Sikkim.

Sonnenaufgang
Nach ein paar Tagen im überfüllten, lauten und schmutzigen Kalkutta war ich sehr glücklich wieder in einem Teegarten zu sein. Von dem Haupthaus, das nur ein paar Meter von der Teefabrik entfernt ist, öffnete sich ein atemberaubender Blick: tropischer Wald gemischt mit endlos wirkenden grünen Tee-Teppichen und mit der Himalaya-Bergkette im Hintergrund, dominiert von dem mit Schnee bedeckten Gipfel Mt. Kanchenjunga.

Glenburn
Seit 1860 wird hier auf 6 km² Tee angebaut. Die Plantage ist relativ klein im Vergleich zu den meisten Plantagen in der Gegend. Mit großen Begeisterung und Liebe zum Handwerk erzählte mir der Manager der Plantage Sanjay Sharma über den Tee-Anbau, eigene Züchtungen der Teepflanzen, Tee-Produktion und natürlich über seine neuen Teekreationen. Es genügt nicht mehr nur einen guten schwarzen Tee zu produzieren, damit der Teegarten nicht in rote Zahlen gerät. Wie fast alle Teegärten in Darjeeling versucht er auch einen besonderen weißen Silver Tip, grünen Tee oder Oolong herzustellen um bessere Preise für einen Kilo Tee zu erzielen.

Sanjay
Der Teegarten ist nicht Bio zertifiziert, aber trotzdem wird hier der Tee im Anklang mit der Natur angebaut. Es wird auch mit aller Kraft verhindert, dass die Teepflanze zur Monokultur wird. Es werden extra Bäume und Gräser zwischen den Teesträuchern gepflanzt um die Bodenerosion zu umgehen und um einen Raum für Insekten und Vögel zu schaffen.

Glenburn  2012-10-16_11-12-30

Ich verbrachte hier zwei wunderbare Tage: auf den Teefeldern, in der Fabrik, bei Teeverkostungen und in der Dorfschule. Zwei Tage voller großartiger Erfahrungen. Abends, wenn die Sonne untergeht, und die Nacht sich über die Berge legt, funkeln die Lichter überall verstreuter Hauser wie Diamanten. Morgens früh wird man geweckt von dem Gezwitscher exotischer Vögel und dem Gesang der buddhistischen Mönche irgendwo in den Bergen. Ein großartiger Ort, den ich wieder mal durch den Tee entdeckt habe.




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