Tee aus Nilgiri

Hallo ihr Teefreunde! Habt ihr schon von blauen Bergen Nilgiris gehört oder sogar Nilgiri Tee getrunken? Nilgiri hat mein Herz sofort erobert. Der Weg war sehr lang dorthin: nach zweimal umsteigen in Dubai und Kozhikode (Indien) bin ich endlich in Coimbatore gelandet. Coimbatore ist eine typische Stadt im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu – heiß mit viel Verkehr und noch mehr Menschen.

Noch vier Stunden Fahrt von Coimbatore und 1.500 bewältigten Höhemeter auf einer schmalen Serpentin-Straße und ich bin in Nilgiri, den „Blauen Bergen“ Indiens. Man erzählt, dass die Bergkette diesen Namen dem einzigartigen Neelakurinji Strauch (Strobilanthes Kunthiana) zu verdanken hat. Alle 12 Jahre blüht die Pflanze und bedeckt die Hügel und Täler mit einem blauen Teppich. Dieses Schauspiel habe ich leider verpasst, aber ich habe jeden Morgen den blauen Nebel gesehen der unten in den Tälern liegt und die malerische Bergkette unwirklich erscheinen lässt.

Nilgiri
Die Natur ist üppig mit vielen Wäldern, unzähligen Flüssen, Bächen und tropischen Blumen. Die Schilder auf der Straße weisen auf wilde Elefanten und Büffel hin, die einem einfach so über den Weg laufen können. Fast 20.000 Teegärten gibt es hier – meistens kleine, nicht grösser als 10 Hektar. Das tropische Klima Nilgiris ist der benachbarten Insel Sri Lanka sehr ähnlich. Deshalb kommt der Geschmack der Nilgiri Tees dem Geschmack der Ceylontees aus dem Hochland von Nuwara-Eliya näher als Teesorten aus Darjeeling oder Assam. Nilgiri Tees sind sehr aromatisch, leicht und spritzig, oft mit ausgeprägten zitrusartigen Noten.

Der Teeproduktion in Nilgiri ist im Umbruch. Seit Jahrzehnten wird hier hauptsächlich günstiger Tee in Masse produziert. Für kleinere Teegärten wird es immer schwerer dem Preisdruck der großen Abnehmer Stand zu halten. Grüner und weißer Tee ist das große Thema bei jedem Treffen mit Teebauern. Einige haben in China kleine Maschinen gekauft und versuchen den chinesischen Long Jing und Pi Lo Chun zu kopieren. Viele experimentieren mit neuen Kultivaren und testen neue Herstellungsverfahren. Ich durfte viele gute und weniger gute Tees verkosten und noch mehr Tee-Muster durfte ich mitnehmen.

Tee aus Nilgiri
Bei einer Teeverkostung im Glendale Teegarten hat mich ein Tee besonders beeindruckt: Feines Aroma, leicht und erfrischend mit Nuancen von Limette und Zitronengras … Großartig! Einen Tee mit diesem Charakter hatte ich noch nicht probiert. Es war Glendale Aurea SFTGFOP, eines der besonderen handgemachten Kreationen des Teegartens. Der Preis für diesen besonderen Tee ist stolz und liegt bei USD 600,00 pro KG. Ich war mir dann doch nicht sicher, ob jemand in Deutschland bereit sein wird diesen Preis für Nilgiri Tee zu bezahlen.

Nilgiri Tee
Es ist ein gutes Gefühl in Nilgiri zu sein. Die Teegärten und Fabriken sind sehr gepflegt. Die Häuser der Teepflückerinnen und Arbeiter sind groß, robust und bunt gestrichen. Jeder Teegarten verpflichtet sich für die Arbeiter der Plantage zu sorgen, inklusive medizinische Versorgung und Schulbildung für Kinder. Viele Gärten sind der Rainforest Alliance angeschlossen. Dieses Siegel garantiert, dass der Tee umweltfreundlich und sozial verantwortungsvoll angebaut wurde. Nur die Teegärten, die die strengen, unabhängigen Standards des Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) oder des Forest Stewardship Council – erfüllen, erhalten das Rainforest Alliance Certified™-Siegel.

Nächstes Mal stelle ich euch einen weiteren besonderen Teegarten vor. Bis dahin, eure N.




Einen Kommentar schreiben