Grand Cru unter den Tees

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Tee ist der neue Wein. Tatsächlich gäbe es ohne Wein keine Teereise. Unsere Wein-Kenntnisse aus den letzten 40 Jahren haben uns auf den Tee vorbereitet.

Um 1976 herum wusste man, dass die weltbesten Weine aus Frankreich stammen. Ein tief im Gedächtnis verankerter Fakt. Wein hat eine spannende Geschichte, die die Menschen und deren Kulturen aus aller Welt beeinflusst hat. Italien, Portugal, Spanien und auch Deutschland. Aber nirgendwo so sehr wie in Frankreich. Heutzutage wird die Welt des Weins von Liebhabern und Feinschmeckern, Sommeliers und Snobs dominiert. Die übereinstimmende Meinung besagt: Einer der besten Weine war der Grand Cru. Ein französischer Begriff, die für „Das Beste vom Besten“ steht.

Ein britischer Weinhändler, der ausschließlich französische Weine verkauft hat, organisierte das Pariser Wein Tasting. Die Veranstaltung versprach eine Fest zu werden um die Dominanz und Herrschaft des französischen Weins zu unterstreichen. Dutzende Experten wurden geladen um diese wundervollen Weine zu verkosten. Die elf Preisrichter waren allesamt französischer Herkunft mit tadellosen Qualifikationen.

Zwei führende Kategorien von sortenreinen Weinen wurden ausgezeichnet: Ein weißer und ein roter Chardonnay – Bordeaux aus Frankreich und Cabernet Sauvignon aus Kalifornien.

Diese Veranstaltung ist heute bekannt als die „Weinjury von Paris“. Bei der Blindverkostung wurden die kalifornischen Weine als die besten Weine ausgezeichnet. Weit abgeschlagen hinter den unbekannten kalifonischen Winzern kamen erst die Weinlesen aus Chateau Mouton-Rothschild und Chateau Haut-Brion. Ein Schock. Für die Franzosen war es der blanke Horror. Für die Amerikaner hingegen ein Segen. Dies war der Aufgang der Welt des Weins, wie wir sie heute kennen. Man kann diesen einen Moment in Paris genau festhalten wie sich Einstellung und Wahrnehmung gegenüber amerikanischen Wein geändert hat.

Denk mal über deine persönliche Verbindung zu Wein nach. Denke an den Moment, wo du das erste Mal Kontakt zu Wein hattest und wodurch du ihn schätzen gelernt hast. Wie hast du von Wein erfahren und warum ist dieser eine Wein dein Favorit? Trinkst du Wein zum Essen? Schenkst du deinen Freunden gerne Wein? Hast du vielleicht eine Weinsammlung in einem Weinkühlschrank?

Stelle dir diese Entwicklung nochmals vor. Lasse alles Revue passieren.

Genau das ist jetzt der „Gehe nicht zurück“-Moment für Tee. Angefangen mit dem Erscheinen von Lieferanten von besonderen Teesorten und dem schier unendlichen online-Angebot, verbunden mit unserer Bereitschaft Teewelt zu entdecken, machen wir unsere Teereise.

Zurück zum Wein. Vor der „Weinjury von Paris“ standen uns für eine lange Zeit leider nur mittelmäßige Weine zur Verfügung.

Hochwertige Tees, die nur in begrenzter Menge zur Verfügung stehen, sind genauso rar. Diese Tees sind so exquisit und selten, dass sie niemals den Ort der Produktion verlassen. Es gibt kein Budget um die hochwertige Tees zu vermarkten, keine multinationalen Gesellschaften, die die Vermarktung finanzieren möchten/können um diese dem Lebensmittelhandel zur Verfügung zu stellen.

Jeder hat schon einmal an Tee genippt. Heiß oder kalt, gesüßt oder ungesüßt. Mit wenigen Ausnahmen, egal als wie lecker du den Tee empfunden hast, ist der Geschmack wahrscheinlich sehr weit entfernt von dem Grand Cru unter den Tees, der nur darauf wartet von dir entdeckt zu werden.

Eure Natalia




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