Archiv für "Geschichte"

In der Welt der Teeliebhaber ist Taiwan für seine wunderbaren Oolongs und Paochongs bekannt. Die Fokussierung auf diese Teesorten hat der Welt einige der besten und interessantesten Tees gebracht.

Sun-Moon-Lake

Sun Moon Lake

Seit Langem werden auf Formosa Schwarze Tees produziert. Während der japanischer Okkupation (1895-1945) war die Tee-Produktion vor allem auf die amerikanischen und europäischen Märkte ausgerichtet, wo voll fermentierter schwarzer Tee vorherrschend war. Nach dem Zweiten Weltkrieg sind die berühmten Schwarzen Tees aus Formosa durch die günstigere Importe aus Indien und Ceylon und die Fokussierung auf Oolong in Vergessenheit geraten.

In jüngster Zeit erleben die Schwarzen Tees einen starken comeback an der Ost Küste. Auf den Hügeln von Sun Moon Lake befindet sich ein kleiner Forschungs-Teegarten, der sich auf die Entwicklung und Produktion von Schwarzen Tees konzentriert. Durch die Kreuzung der burmesischen Assam-Pflanze und des wilden taiwanesischen Teebaums ist ein wirklich einzigartiger und hochwertiger Schwarzer Tee entstanden, ein Hong Yu (Roter Jade). Die Einzigartigkeit dieses Tees besteht darin, dass durch die Kreuzung eine völlig neue Pflanze entstanden ist. Ein starker Strauch mit großen Blätter und Blüten.

Ich finde den Geschmack dieses Insel-Neulings wirklich bemerkenswert. Er bezaubert mit leichten Pfefferminz, Honig und Zimt-Noten. Sehr weich, komplex und nachhaltig im Geschmack sollte er ohne Milch und Zucker genossen werden.

25.Nov 2009

Die Legende vom Weißen Tee

Silver Tip Weißer Tee

Aus den vom Nebel umhüllten Bergen Chinas kommt ein geheimnisvoller Schatz – der Weißer Tee. Die Chinesen genießen den Weißen Tee seit mehreren Tausend Jahren. Erst vor kurzem hat auch der Rest der Welt dieses mysteriöse Gebräu entdeckt.

Lange Zeit war der Weiße Tee das Getränk der Kaiser und die Privileg der Reichen. Einer chinesischen Legende nach, reiste vor rund 5000 Jahren der Kaiser Shen Nung ins Landesinnere. Er lies sich eine Tasse mit gekochtem Wasser geben. Plötzlich kam eine Windböe und wehte ihm drei Blätter von wilden Teebäumen in die Tasse. Der neugierige Kaiser ließ die Blätter in der Tasse und kostete das gold-gelbe Gebräu. Er fand das Getränk belebend und erfrischend. Der Tee war geboren.

Während der Song Dynastie (960-1279) wurde der Weißer Tee verehrt. Er war nur dem Kaiserlichen Hof vorbehalten. Angeblich durfte die rituelle Pflückung von Knospen nur an zwei Tagen im Jahr und nur von Jungfrauen erfolgen, die dabei Scheren aus Gold verwendeten. Danach durfte niemand die geernteten Knospen berühren, bis sie vor den Augen des Kaisers aufgegossen wurden. Denn bei einer Berührung der Knospen galten sie als unrein.

Bis vor kurzem war das edele Getränk außerhalb China noch relativ unbekannt. Heute, dank des Interesses am feinen Getränk Tee und bemerkenswerten neuen Erkenntnissen über die gesundheitlichen Wirkungen, ist der Weißer Tee neu entdeckt und wird auf der ganzen Welt genossen.

1.Sep 2009

Die Kraft der Teepflanze

“Strahlend schönes, königlich leuchtendes Land” – so lautet die Übersetzung des Ländernamens Sri Lankas. Das „Teeland“ entspricht dem „Hochland“ Sri Lankas, der prächtigen grünen, teils hügeligen, teils bergigen Landschaft leicht südlich der Inselmitte. Wie in Indien war es auch in Sri Lanka ein Mann aus dem Britischen Empire, der die Teepflanze im Großem Still anlegen lies. Die Kolonialmächte bedienten sich der Einheimischen als billige Arbeitskräfte, aber der Tee selbst leistete Widerstand.

Teepflückerinnen in Sri Lanka

Teepflückerinnen in Sri Lanka

Allzu gerne würde der Westen zumindest die Weiterverarbeitung in eigene Ländern holen, vergleichbar dem Kaffee. Es liegt aber in der Natur der Pflanze, dass sie unter tropischen  Bedingungen wächst und unmittelbar nach der Pflückung verarbeitet werden muss. Sobald die Blätter gepflückt sind, hat man keine Chance mehr die Qualität der Blätter zu verbessern. Es geht nur darum das Geschmackspotential zu erhalten. Diese Eigenschaft des Tees ist ein Segen für die Entwicklungsländer wie Sri Lanka. Durch Weiterverarbeitung bleibt ein großer Teil der Mehrwert im Land und es werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Schulkinder auf einer Teeplantage

Schulkinder auf einer Teeplantage

Die größeren Teeplantagen in Sri Lanka sind so etwas wie kleine geschlossene Dörfer – mit Unterkünften, Gemüsegärten, Schulen, Arztpraxen, Tempeln und sogar kleinen Geschäften. Sie sichern den Alltag und Unterkunft für viele Menschen. Ein großer Wandel ist inzwischen im Land zu beobachten. Sammel-Unterkünfte werden nach und nach abgerissen. Auch mit Internationalen Fördergelder bauen die Teebauern die ersten kleinen Siedlungen für Pflücker-Familien. Ein besseres Leben in den Teedörfern ist inzwischen vitale Angelegenheit der Plantagenbesitzer geworden. Die Plantagen ermöglichen Stipendien für die Kinder an der Universität. Vorschulen sollen den Bildungsstand der Kinder erhöhen. Ein auf der Plantage geborenes Kind hat lebenslanges Recht auf Beschäftigung.

Je wichtiger für die westliche Ländern eine stabile Teeernte wird, desto wichtiger ist die Sicherung der Verhältnisse vor Ort. So nehmen Teetrinker an verschiedenen deutschen Frühstückstischen und anders wo auf der Welt ohne es zu wissen, politisch Einfluss. Langsam, kaum merklich, aber kraftvoll.