Archiv für "Grüner Tee"

Die meiste Zeit des Jahres ist der Teegarten der Familie Zhu Mei Na in Meijiawu ein sehr beschaulicher, ruhiger Ort. Doch gegen Ende März beginnt auf der Farm ein reges Treiben. Rund 15 Teepflücker begeben sich in den frühen Morgenstunden – noch vor Sonnenaufgang – in den etwa 16.000 m² großen Teegarten, um die Teeblätter der Frühlingsernte zu pflücken. Jetzt ist Eile angebracht, denn schon kurz nach Sonnenaufgang beginnt sich der Nebel zu lichten und der Tau, der noch auf den jungen, zarten Teeblättern liegt, verdunstet. Keine optimalen Bedingungen mehr für die Verarbeitung von Tee. Die Arbeiter müssen sich zurückziehen und können erst am nächsten Tag ihr Werk fortsetzen.

Xihu-Westlake

Willkommen in Hangzhou, einer mittelgroßen Stadt mit acht Millionen Einwohner in der Provinz Zhejiang und Heimat des Long Jing Tees, eine der renommiertesten Grünteesorten, ebenfalls bekannt unter der Bezeichnung „Dragon Well“. Ich bin hier, um das rege Treiben rund um die Frühlingsernte im März und April zu beobachten. So zum Beispiel auch im Garten der Familie Zhu, die sich in diesen Monaten einen täglichen Wettlauf mit dem Sonnenaufgang liefert, um die frischen Teeblätter zu pflücken. Die wichtige Frühlingspflückung macht einen beträchtlichen Teil des Jahreseinkommens der Familie aus.

Die besten Long Jing Tees sind im Geschmack sehr erfrischend und besitzen eine feine Note gerösteter Kastanien. Der Preis pro Unze dieser besonderen Sorte liegt bei 15 bis über 100 Dollar. Im Vergleich dazu: Es gibt sehr gute gewöhnliche Teesorten, deren Preis bei nur einem Dollar je Unze liegt (1 unze = ca. 28,34 Gramm). Wie bei Kaffee oder Wein gibt es auch beim Long Jing Liebhaber, die beim Teegenuss auf die feinen Details achten, z.B. auf den genauen Erntetag oder sogar von welcher Seite eines Hügels der Tee stammt. Gerade die erste Ernte ist für diese „Teefanatiker“ von herausragender Bedeutung.

In China ist Tee ein Alltagsgetränk und tägliche Notwendigkeit, gleichzeitig aber auch fast obsessiv verehrtes Luxusgut, ja fast Fetischobjekt. Für Außenstehende ist dieser Hype kaum zu durchschauen, denn gerade um das komplexe Themengebiet feiner Tees ranken sich zahlreiche Mythen und Fehlinformationen, bis hin zu gefälschten Produkten. Das alles macht es so schwer die Geheimnisse des Tees zu erfahren. Meine Reise nach Hangzhou hat ebenfalls den Zweck das Mysterium Tee weiter zu ergründen.

Die Geheimnisse des Dragon Wells

Wie alle anderen Naturprodukte auch ist auch Tee ein saisonales Produkt. Die frisch gerösteten Teeblätter der allerersten Pflückung des Jahres verströmen den gestochen, scharfen Duft des Frühlings. Die frisch aufgegossene Tasse schmeckt mild, ganz natürlich-pflanzlich mit Spinat- und Heunoten und dem sahnigen Touch gerösteter Kastanien. An meinem Gaumen verbleibt ein köstlicher, frischer Nachgeschmack, der dank der außergewöhnlichen „Dragon Well“-Qualität auch nach mehreren Minuten noch am Gaumen bleibt.

Long Jing Tee

Die besondere milde Süße ist das Markenzeichen chinesischer Grüntees. Sie unterstreicht das Aroma und die Textur des Tees besonders. Ein sehr guter „Dragon Well“ wird auch wenn er zu lange zieht nicht bitter. Er ist im Gegensatz zu manch anderem Grüntee auch sehr magenfreundlich.

Doch was macht einen Tee zum „Dragon Well“? Die Antwort ist ein bisschen schwierig. Zunächst bezieht sich im Chinesischen der „xihu longjing“ auf eine bestimmte Teesorte, die zu einer flachen Federform getrocknet wurde und ausschließlich im Bezirk Xihu (Westlake) rund um Hangzhou angebaut wurde. Diese Region ist klimatisch eher kühl-feucht, es gibt felsige Berge, saure Böden und starke Temperaturschwankungen. Ein ideales Klima für den Anbau eines guten Tees. Doch Long Jing Tee wird auch in vielen anderen Regionen Zhejiangs angebaut und verkauft. Die vielen regionalen Unterschiede gehen jedoch meist durch die Übersetzung verloren. So tragen viele mild-süßliche Grüntees, die zu der charakteristischen Form getrocknet wurden, im Verkauf den Namen „Dragon Well“.

Long Jing Tee

Unabhängig vom regionalen Ursprung stammen alle Long Jing Tees wie auch jede andere Teesorte vom Strauch der Teepflanze „camellia sinensis“ ab. Der besondere Geschmack und die Farbe des „Dragon Wells“ sind das Ergebnis des Klimas, einer guten Landwirtschaft und sorgfältigen Verarbeitung. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergibt sich das breite Spektrum verschiedener Qualitäten der Sorte. Doch dies erklärt noch immer nicht den vergötterten Status des „Dragon Wells“ unter den Teeliebhabern, schließlich gibt es noch viele weitere großartige Tees in China. Was macht den „Dragon Well“ also so besonders und vor allem so teuer?

Die Antwort lautet: Ruhm! Bereits während der Qing-Dynastie war „Dragon Well“ ein sehr berühmter Tee, den Kaiser Qianlong zum offiziellen Tee des kaiserlichen Hofes erklärte. Aus diesem Grund hallt bis heute der Ruf dieses Tees noch nach. Einen weiteren Popularitätsschub erhielt er ebenfalls durch den Vorsitzenden Mao während der chinesischen Revolution. Auch heute dient der Tee in der chinesischen Bürokratie als irrwitzig teures „Geschenk“ im Austausch für politische Gefälligkeiten. Auch dadurch wird der Preis bestimmter Sorten künstlich angetrieben.

Sobald Sie einmal vor Ort bei der Pflückung und Verarbeitung von Tee dabei waren, werden sie sich empört fragen, wieso Tee in Deutschland so günstig ist.

Guter Tee hat seinen Preis, das gilt auch für den „Dragon Well“. Denn trotz des Fortschritts im Teeanbau und moderner Technologien – um beste Tees zu erzeugen sind die traditionellen Methoden der erfolgversprechendste und sicherste Weg. Grundvoraussetzung sind gute Böden, die Erfahrung qualifizierter Arbeiter und ein sorgfältiger Umfang mit dem Produkt. Diese Methode ist jedoch kosten- und zeitintensiv und schlägt sich im Preis hervorragender Teesorten nieder.

Auf dem Teefeld

Im Teegarten der Familie Zhu läuft derweil ein Wettrennen mit dem Qingming-Fest, das Anfang April stattfindet. Der wichtige chinesische Feiertag stellt unter anderem auch das offizielle Ende der Frühlingsteesaison dar. Pre-Qingming „Dragon Wells“ (auch „Mingqian“ genannt), also Sorten, die vor diesem Termin geerntet wurden sind das Highlight für Teeliebhaber. Diese Tees zählen zu den süßesten und feinsten Sorten des Jahres. Die schweren Niederschläge des Frühsommers und die steigenden Temperaturen sorgen bei späteren Ernten für eine höhere Bitterkeit. Trotzdem bringen auch diese Ernten noch gute Einnahmen, die Tees sind jedoch meist weniger frisch im Geschmack und nicht so hochwertig.

Long Jing Tee

Die seit vielen Jahren erfahrenen Arbeiter und Teepflücker suchen für die besten Tees nur die jüngsten und süßesten Teetriebe aus. Der Ertrag liegt pro Teebusch bei weniger als einer Handvoll der wertvollen Knospen und Blätter. Ein erfahrener Teepflücker, der in der Nacht beginnt und bis zum Sonnenaufgang arbeitet, erntet nur etwa ein Pfund pro Einsatz. Die Arbeit ist ein sehr mühsames Unterfangen, die nur langsam voran geht und bei der Erfahrung sehr wichtig ist. Nur mit entsprechender Kenntnis können minderwertige Stiele, zu junge Knospen oder durch Insekten beschädigte Blätter schnell erkannt und aussortiert werden.

Sobald die Pflücker ihre Ernte heimbringen ist der Tee bereit zum Rösten. Es ist wichtig, dass die Blätter innerhalb weniger Stunden nach der Ernte geröstet werden, um die Oxidation zu stoppen. In dem Moment, in dem ein Teeblatt gezupft wird, beginnt mit der Oxidation ein chemischer Vorgang, der die dunklen, malzigen und durch Gerbstoffe charakteristischen Aromen im Tee hervorbringt.

Da grüne Tees immer vor der Oxidation erhitz werden um diese zu stoppen, sind sie das Spiegelbild ihrer Herkunft und das Resultat des Bodens, der Sonnenstrahlen, der Regenschauer und der Luft, die an dem jeweiligen Anbauort zu einer bestimmten Zeit auf die Teepflanzen einwirkten. Wenn Sie oft Tee trinken erkennen Sie die Unterschiede zwischen einer frischen, süßen Frühlingsernte und einem sonnigen Sommertee sofort. Jeder Tee erzählt seine eigene Geschichte.

Dragon Well geröstet aus dem Wok

Traditionell wird „Dragon Well“ in einem heißen Wok mit bloßen Händen geröstet. Es ist unbeschreiblich zu sehen, wie ein erfahrener Röstmeister (oft handelt es sich um den Besitzer des Teegartens) über viele Stunden mit seinen bloßen Händen und nur nach Gefühl die feinen Blätter zum perfekten Röstgrad führt, ohne den Tee komplett auszutrocknen oder zu verbrennen und trotzdem die nussigen Röstaromen einzufangen. Während der Röstung erhält der „Dragon Well“ auch seine charakteristische Form, indem der Röster die Teeblätter gegen die Seiten der Pfanne drückt. Der Röster arbeitet parallel mit drei Woks, trotzdem dauert es auch mit diesem Verfahren mehrere Stunden, bis ein Pfund des getrockneten Tees fertig ist.

Herstellung Long Jing Tee

Aus diesem Grund gibt es im Garten der Familie Zhu seit 2005 auch Röstmaschinen. Durch den Einsatz der Maschinen hat sich die Produktivität seitdem verzehnfacht. Vor dem Hintergrund der Zeitknappheit während der Frühlingspflückung ist diese Anschaffung verständlich.

Der Röster arbeitet gleichzeitig mit drei Woks

Einige Teebauern setzen weiterhin auf die traditionelle Methode des Teeanbaus und verzichten auf Pestizide, setzen auf erfahrene Pflücker und rösten von Hand. Doch mit steigendem Wettbewerb müssen viele Gartenbesitzer Kompromisse eingehen, setzen auch zur Pflückung Maschinen ein, die wie Spinnen über die Teesträucher klettern, aber dadurch auch die Teepflanzen stark strapazieren, was wiederum der Qualität äußerst abträglich ist. Sie nutzen zur Röstung große Öfen, was sehr effizient ist. Die durch eine Handröstung möglichen feinen Röstnuancen gehen dadurch aber verloren.

Teemeister Long Jing

Da die Hauptsaison für hochwertige Handarbeit im Tee-Geschäft nur etwa zwei bis vier Wochen dauert und durch die sich entwickelnde chinesische Wirtschaft gleichzeitig ein Mangel an Saisonkräften herrscht, wird es für viele Teebauern zunehmend schwieriger auf die traditionelle Art und Weise zu produzieren.

Dragon Well Fälschungen gibt es leider häufig

Die Nachfrage nach Premium-„Dragon Well“-Tee ist sehr hoch, das Angebot begrenzt. Daher ist es für Tee-Käufer oft gar nicht so einfach, wirklich das zu bekommen, was sie wollen. Wenn man sich einmal anschaut wie viele Tees als “Hangzhou Dragon Well” verkauft werden und dann auf die Größe dieses Anbaugebiets schaut, erkennt man leicht, dass diese große Menge des am Markt verfügbaren Tees nicht ausschließlich aus Hangzhou stammen kann. In Wirklichkeit wird die Sorte in der gesamten Provinz Zhejiang angebaut. Oft finden sich sogar Teesträucher am Rand von Autobahnen, die dauerhaft Abgasen ausgesetzt sind. Letztlich stammt der größte Teil des als “Hangzhou Dragon Well” bezeichnete Tee gar nicht aus Hangzhou. Auch kommt es in China vor, dass Sie in einem Teehaus zur Verkostung einen echten “Hangzhou Dragon Well” präsentiert bekommen, der dann nach dem Kauf durch eine billige, schlechtere Sorte ausgetauscht wird.

Teeblätter long Jing

Die traurige Erkenntnis in der Tee-Branche ist, dass Sie sich nie sicher sein können, ob der Tee-Händler aber auch die Produzenten selbst die Wahrheit über Herkunft und Produktion sagen. Viele Händler betonen aus Marketinggründen die Exklusivität und Rarität eines Tees, aber oft passt der Preis nicht zu den so offensiv beworbenen Teesorten. Gesundes Misstrauen und Vorsicht sind beim Teekauf daher immer angebracht.

Wie Sie einen wirklich guten Tee finden

“Vertrauen” ist der Schlüssel beim Kauf qualitativ hochwertiger Tees. Achten Sie beim Teekauf auf die Details und fragen Sie nach den Teebauern, Herkunft, der Anbaumethode und Produktionsweise. Nicht für alle Tees ist das Alter ein Qualitätsmerkmal. Die meisten Grüntees sollten innerhalb weniger Monate nach der Ernte konsumiert werden.

Seriöse und vertrauensvolle Teehändler werden auf Ihre Fragen nach den Sorten gerne antworten und kennen die Besonderheiten ihrer Tees, woher sie kommen und wie sie angebaut wurden. Große Teehändler kaufen dagegen ihre Tees über Makler und treten kaum in Kontakt mit den eigentlichen Landwirten. Je mehr Zwischenhändler an den Transaktionen beteiligt sind, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit hochwertige und originale Tees zu erhalten.

Beim „Dragon Well“ (Long Jing) sollten Sie auf helle, grüne Blätter achten, die nicht zu dunkel und nicht brüchig sind. Die Enden sollten flach sein und sich verjüngen, der Geruch ansprechend frisch und “grün” sein. Aber vor allem zählt der Geschmack. Fragen Sie nach einer Verkostung, denn nur durch eine Probe können Sie sich sicher sein, dass ein bestimmter Tee auch die richtige Wahl für Sie ist. Es existiert eine unendliche Zahl verschiedener Teesorten in unterschiedlichen Qualitäten und Geschmacksrichtungen. Im Teegeschäft spiegelt sich Qualität sehr oft im Preis wieder, daher bleiben Sie beim Kauf vorsichtig. Aber wenn Sie einen günstigen „Dragon Well“ entdecken, der Ihnen gut schmeckt, freuen Sie sich über Ihren Kauf. Beim Tee steht der Genuss im Vordergrund.

Long Jing zubereiten

Bei der Zubereitung von Tee gibt es kein richtig oder falsch. Eine Teeweisheit besagt beispielsweise, dass man grünen Tee nur mit etwa 80 Grad Celsius heißem Wasser aufbrühen darf, damit er nicht bitter wird. Im Falle eines „Dragon Wells“, der nicht bitter werden kann, bevorzuge ich persönlich den kräftigeren Aufguss mit frisch kochendem Wasser. Jeder Tee, aber auch jeder Gaumen ist anders, so dass ein individuelles Ausprobieren verschiedener Methoden am Ende mit Sicherheit zu einem besseren Geschmackserlebnis führt, als stur irgendwelchen pauschalen Richtlinien zu folgen.

Hier meine Methode aus Hangzhou einen guten „Dragon Well“ zuzubereiten und zu genießen: Legen Sie einige Teeblätter in ein Glas und übergießen sie die Blätter mit 80-100 Grad Celsius heißem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa 30 Sekunden oder auch mehrere Minuten ziehen. Dann trinken Sie den Tee direkt aus der Tasse und filtern Sie die Blätter mit Mund und Zähnen. Bei Bedarf füllen Sie das Glas einfach wieder mit heißem Wasser auf. Alles nach Gefühl, ohne Filter, Stoppuhr, Sieb oder sonstige Hilfsmittel. Diese gewonnene Freiheit ist fast genauso erfrischend wie der Tee selbst.

Long jing

Auch aus den aufgebrühten Teeblättern lässt sich noch jede Menge lernen. Achten Sie darauf, ob es sich um kleine, vollständige Blätter handelt mit wenigen Stielen.

Ein wichtiger Punkt auf den Sie achten sollten ist die Frische. Grüne Tees verblassen im Laufe der Zeit und sollten normalerweise wenige Monate nach der Ernte konsumiert werden. Kaufen Sie daher am besten nur kleinere Mengen, die Sie schnell verbrauchen können.

Akzeptieren Sie, dass besondere Tees zunächst einmal teurer sind, als einfache Teebeutel-Tees. Erstklassige Teeblätter lassen sich jedoch meistens mehrfach aufgießen – hierdurch relativiert sich der zunächst hoch erscheinende Preis meistens etwas. Oft ist es möglich einen ganzen Tag lang die gleichen Teeblätter zu benutzten. Nehmen wir an 100 Gramm eines guten „Long Jing“ kosten etwa 45 EUR. Wenn Sie nun für einen Aufguss etwa drei Gramm benötigen und fünfmal die gleichen Blätter für den Aufguss nutzen (was Sie auch tun sollten, denn jeder erneute Aufguss hochwertiger Tees bringt neue, feine Aromen in die Tasse), entspricht der Preis pro Tasse nur noch etwa 27 Cent. Vergleichen Sie diesen Preis mit dem einer Tasse Kaffee oder eines Glas Weins. Sie werden feststellen, dass auch ein auf den ersten Blick sehr teurer Tee immer noch zu den wirklich günstigeren Luxusartikeln der Welt gehört.

Eure Natalia

19.Apr 2016

Grünen Tee richtig zubereiten

grüner Tee

Eine Tasse grünen Tee aufbrühen ist nicht schwer. Wenn eure bisherigen Versuche einen bitteren, herben oder sogar übermäßig grasigen Geschmack hervorgerufen haben, gibt es ein paar Kniffe, die den großen Unterschied ausmachen.


5 Tipps für einen perfekten Grünen Tee

  1. Gutes Wasser

Experten meinen, dass die Wasserqualität einen großen Unterschied beim Geschmack von grünem Tee ausmacht. Ob gefiltertes Wasser oder Wasser aus der Flasche oder dem Kran, der Kalzium- und Mineralgehalt sollte niedrig sein (weiches Wasser) und es sollte gut schmecken. Bitte niemals destilliertes Wasser nutzen, da es geschmacklos ist.

  1. Mit den Mengen experimentieren

Einer der wichtigsten Faktoren beim Zubereiten einer Tasse Tee ist die Balance zwischen Blatt und Wasser. Eine Faustregel besagt, dass man auf einen Teelöffel knappe 200 ml Wasser nehmen sollte. Hier kommt es natürlich zum einen auf die Größe und die Qualität der Blätter an, zum anderen auf den eigenen Geschmack. Je nachdem kann auch gerne ein Esslöffel stattdessen genommen werden.

  1. Benutzt ein Thermometer

Der besondere Geschmack und die Süße von grünem Tee entsteht erst, wenn man diesen bei der richtigen Temperatur ziehen lässt. Das liegt daran, dass sich verschiedene chemische Verbindungen bei unterschiedlichen Temperaturen in Tee lösen. Wenn man grünen Tee bei zu hoher Temperatur aufbrüht, wird dieser bitter und unter Umständen sogar recht beißend schmecken. Wenn man hingegen die Temperatur zu niedrig wählt, wird leider nicht der hinreißend einzigartige Geschmack erreicht.

Häufig hört man, dass grüner Tee direkt mit kochendem Wasser aufgegossen werden soll. Aber – abhängig von dem jeweiligen Tee – variiert die ideale Temperatur zwischen 70° und 80° Celsius. Lasst das Wasser also nach dem aufkochen zunächst auf die richtige Temperatur abkühlen.

  1. Schaut auf die Uhr

Grüner Tee benötigt normalerweise eine Ziehzeit von einer bis drei Minuten. Die richtige Dauer hängt von dem jeweiligen Tee und dem eigenen Geschmack ab. Kleine Blätter sind in der Regel schneller durchgezogen als große Blätter. Ihr könnt nach einer Minute den Tee kurz probieren und dann in kürzeren Intervallen erneut probieren, bis der Tee für euch perfekt ist.

Für weitere Aufgüsse sollte die Wassertemperatur höher sein und die Ziehzeiten ein wenig länger gewählt werden.

  1. Gebt den Blättern Raum

Teeblätter brauchen Platz zur Entfaltung Ihrer Aromen. Hochwertige Blätter vergrößern sich um ein Vielfaches im Vergleich zur Ursprungsgröße. Benutzt ein Sieb mit ausreichend Platz. Natürlich könnt ihr den Tee auch direkt in eurer Tasse aufbrühen und die Blätter herausnehmen, sobald der Tee eurem Geschmack entspricht.

Ich wünsche euch viel Erfolg

Eure Natalia

12.Mrz 2016

Matcha-Omelettes mit Reis und Spinat

matcha-omelette-600

Ein schöner Tag beginnt mit einem guten Frühstück. Wünscht ihr einmal etwas besonderes auf dem Frühstückstisch, hier habe ich eine Idee für euch:

ZUTATEN für 4 Personen:

  • 150 g Klebreis (ersatzweise Sushi-Reis)
  • ½ TL Salz
  • 1 TL weißer Sesam
  • 1 TL Wasabi-Sesam (ersatzweise weißer Sesam)
  • 50 g grosse Spinatblätter
  • 4 Eier
  • 2 EL Matchapulver (tea exclusive – Matcha for Cooking)
  • 4 EL gehackte Petersilie
  • 4 EL Milch
  • 40 g Backerbsen
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • Nach Belieben Rucolasalat o.a.
  • Sojasauce

ZUBEREITUNG
Reis gründlich waschen und 30 Minuten in Wasser einweichen. Abgießen. Reis in 250 ml Wasser und dem Salz weich kochen. Mit den Sesamkörner vermischen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen und auskühlen lassen.
Spinatblätter waschen und in etwas Wasser 2-3 Minuten blanchieren. Vorsichtig herausnehmen und abtropfen lassen und auf Küchenkrepp ausbreiten.
Backerbsen groß hacken. Eier verquirlen. Matchapulver in der Milch mit dem Besen verrühren und zu den Eiern geben. Nochmal gut verrühren. Den ganzen Beitrag lesen…

10.Aug 2015

Matcha – der Lifestyle-Trend

Matcha

Der Trend ist leuchtend grün und trägt Namen „Matcha“. Die traditionelle japanische Teespezialität ist, laut Google Trends, in den letzten Jahren im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Immer mehr Menschen möchten diese Teesorte einmal probieren.

Auch in vielen Kaffeeläden oder Teehäusern ist Matcha mittlerweile im Angebot zu finden, meist jedoch als eine mit Milch oder Sojamilch aufgeschäumte Variante unter dem Namen „Matcha Latte“ oder als stark gesüßtes Getränk. Diese Form der Zubereitung kaschiert den eigentlichen Matcha-Geschmack und entspricht eher dem deutschen Gaumen, der das leicht herbe, malzig-nussige Aroma nicht gewohnt ist.

Aber nicht nur die Zubereitung, auch die Art Matcha zu genießen unterscheidet sich von der ursprünglichen Form, die in Japan traditionell angewendet wird.

 

Matcha gehört in die Schale

Um Matcha in all seinen Facetten zu erleben muss der Tee traditionell aus einer Schale getrunken werden. Erst die bauchige Form einer Schale ermöglicht die volle Entfaltung aller Dämpfe und Aromen. Sie liegt gut in den Händen und macht den Matcha-Genuss zu einem sinnlichen Erlebnis. Ein Becher oder gar die „to-go-Variante“ können dies nicht leisten.

matcha Löffel

 

Matcha ist ein kurzer Kick für alle Sinne

Im Vergleich zu normalen Teeaufgüssen handelt es sich bei Matcha um eine Zubereitung aus feingemahlenem Pulver und Wasser. Bleibt diese Mischung längere Zeit stehen, trennen sich die Bestandteile wieder und das Pulver setzt sich am Boden ab. Die Idee ist es daher, Matcha schnell und pur (ohne Milch und Zucker) zu trinken, um so einen kurzen, aber intensiven Kick für die Sinne zu erleben. Guter Matcha ist im Geschmack so außergewöhnlich und anders, dass alle Sinne versuchen werden dieses Erlebnis einzuordnen. Den ganzen Beitrag lesen…

Heute muss ich Euch einfach mal auf ein Buch aufmerksam machen, das mich total begeistert hat. Es hat auf Umwegen auch mit dieses Blog zu tun, denn es ist von der Künstlerin und Bloggerin Claudia von Ideas&Inspirations (www.homeideasandinspirations.blogspot.de).

Sie hat schon Rezeptideen mit Back Matcha oder Chai Tee hier vorgestellt. Bevor ich euch jedoch mehr von dem Buch erzähle, möchte ich Euch das Buch erst einmal vorstellen:

Buch_Ackermann_1

Titel: Dekorativer Landhausstil, selber gemalt
Autorin: Claudia Ackermann
Verlag: Cristophorus
Seiten: 80
Preis: 19,99 € (D)
ISBN: ISBN: 978-3-86230-293-2

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Claudia hat in Ihrem Buch viele Ideen und Techniken zusammen gestellt, mit denen wir unser Zuhause verschönern und den angesagten Landhausstil in Haus und Garten umsetzen können.

Die Künstlerin gibt den oft alten Fundstücke durch Malerei, rissigen Anstrichen oder verwaschener Schablonenschrift einen romantischen Landhauslook. (Da hat es sogar mir in den Fingerspitzen gejuckt.) Das Ganze wird durch Fotos aus üppig blühenden Gärten und Landschaften ergänzt. Das ganze Buch ist eine Hommage an die Natur, das Landleben und die Rückbesinnung auf wichtige Werte – und das ist ja auch meine Philosophie! Den ganzen Beitrag lesen…

17.Jul 2015

Eistee aus Houjicha

Hojicha ist gerösteter japanischer Grüntee. Traditionell wurde dieser Eistee von den Teefarmern getrunken, die sich, erschöpft von der Arbeit im heißen schwülen Sommer Japans eine Pause mit dem Genuss eines eiskalten Hojicha Eistees gönnten. Sie brachten Wasser in einem Kessel zum Kochen und kühlten diesen in einem nahegelegenen Bach ab. In der Tat ist es so, dass fast jedermann in Japan, nicht nur die Teebauern, in den Sommermonaten eisgekühlten Houjicha genießen. Houjicha enthält kaum Koffein, dafür ist er reich an Catechinen, denen in hohem Maße antioxidantische Wirkung zugesprochen wird. Houjicha ist zudem ein erschwinglicher Tee für jeden Tag – eine Quelle der Gesundheit in der heißen Sommersaison.

Eistee mit japanishcen Houjicha

Der Houjicha Eistee kann mit allen Houjicha Teesorten zubereitet werden. Es gibt zwei Möglichkeiten Houjicha Eistee zuzubereiten. Ich empfehle jedoch die traditionelle Methode der Teebauern unbedingt auszuprobieren! Den ganzen Beitrag lesen…

11.Jul 2015

Eistee mit Gyokuro oder Sencha

Ich möchte Euch einige traditionelle japanische Eisteerezepte vorstellen, für frische, grüne Sommermomente!

In Japan werden seit vielen Jahren grüne Eistees genossen. Diese Tradition ist einzigartig, wie auch die feinen japanischen Grünteesorten, da man in Japan von alters her mit reinem und klarem Wasser gesegnet ist. Gyokuro oder Sencha Eistee ist das perfekte Erfrischungsgetränk für heiße und schwülwarme Sommertage!

Es gibt 3 verschiedene Herstellungsarten für Gyokoro oder Sencha Eistee. Jede Aufgussmethode hebt in besonderer Weise das Aroma und die wesentlichen Bestandteile dieser hochwertigen japanischen Grünteesorten hervor. Die verschiedenen Techniken kreieren Tees unterschiedlichen Koffeingehalts, da Koffein in erster Linie in heißem Wasser freigesetzt wird. Wählen Sie nach Gusto aus den unterschiedlichen Aufgussmethoden!

Eistee - Ice Brew

 

TEEAUFGUSS MIT EIS – ICE BREW

Diese Aufgusstechnik ist ein etwas zeitaufwändiger Prozess, liefert jedoch die edelsten Geschmackserlebnisse, die bei dem Genuss der edlen Gyokuro und Sencha möglich sind. Den ganzen Beitrag lesen…

An Ji Bai Cha Pflanze

Der Tee An Ji Bai Cha wurde bereits vor 900 Jahren in alten Schriften erwähnt, doch erst vor 30 Jahren wurde dieser einzigartige Tee aufs Neue entdeckt. Der große Künstler und Tee-Liebhaber Kaiser Song Hui Zhong (Song Dynastie) schrieb einst ein Buch über Tee und widmete ein ganzes Kapitel den weißen Blättern von „Bai Cha“, ohne jedoch das Herkunftsgebiet zu nennen.

Der berühmte Teemeister Lu Yü wiederum schrieb über die An Ji Teeschatzkammer, ohne jedoch eine Teesorte zu benennen. Es dauerte 900 Jahre bis ein Tee-Forscher in den 80er Jahren auf der Reise durch das An Ji Gebiet zwei ungewöhnliche Teesträucher entdeckte. Im Frühling hatte die Pflanze sehr helle Teeblätter. Bei Temperaturen über 25°C wechselte die Farbe der Teeblätter in gewöhnliches Grün. Den ganzen Beitrag lesen…

Der Matcha Trend ist nicht zu übersehen. Vor fünf Jahren haben nur wenige von Matcha Tee gehört, heute können sich viele Menschen den Tag ohne Matcha nicht mehr vorstellen. Entsprechend groß ist das Angebot an Matcha Tees: Viele Sorten mit immensen Preisunterschieden.

matcha qualität

Ich werde sehr oft gefragt, woran man einen guten Matcha erkennt und warum die Preisunterschiede so groß sind?

Hier sind ein paar Tipps zur Orientierung:

Obwohl der Matcha Tee im 12. Jahrhundert in China erfunden wurde, kommt der original Matcha-Tee heute ausschließlich aus Japan. Die besten Matcha-Teesorten kommen immer noch aus der Region Uji in der Nähe von Kyoto. Mehrere Faktoren wie Kultivar der Teepflanze, die Beschattung vor der Ernte, Pflückung und die Sorgfalt bei der Verarbeitung, inkl. Mahlen in Stein- oder Keramikmühlen, beeinflussen die Qualität des Tees erheblich. Preise von 16,00 bis19,00 EUR für 30 Gramm japanischen Matcha Pulvers ist realistisch. Je besser die Teequalität desto höher ist der Preis. Den ganzen Beitrag lesen…

22.Jul 2013

Panda Tee

Das Leben ist voll Überraschungen, und wie der Zufall es will, traf ich in der Stadt Ya’an im Südwesten der chinesischen Provinz Sichuan Herrn An Yanshi. Letztes Jahr zog er die Aufmerksamkeit Reuters, der BBC und anderer globalen Medien auf sich, als er ankündigte, dass er den weltweit teuersten Tee produziert. Es ging um Panda-Tee.

Eigentlich ist Herr An Yanshi ein sehr berühmter Kalligraf und unterrichtet Kalligrafie in der Universität von Sichuan. Eines Tages entschied er Tee zu produzieren, als er hörte, dass Panda-Bären nur 30 Prozent der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe absorbieren. Demnach soll der Panda-Mist ein hervorragender Dünger sein. Außerdem sind die Panda Bären vom Aussterben bedroht – das macht die Tiere so kostbar, auch ihre Abfallprodukte.

Panda Tee

Letztes Jahr mietete Herr An drei Teegärten, kaufte bei der Panda-Forschungsstation in Chengdu Panda-Mist und begann mit seinem Experiment. Es soll der teuerste Tee der Welt werden.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Überall auf der Welt hat man ihm von seinem Tee gehört. Der erste Tee wurde auch geerntet und verarbeitet. Es gibt grüne und schwarze Tees. Und zu jedem Tee gibt es natürlich eine schöne Geschichte. Ich war sehr überrascht und habe mich sehr gefreut, als Herr An mir seine Kalligrafie und ein Box mit Probe-Tüten schenkte. Den ganzen Beitrag lesen…

Grüntee hat einen riesigen Vorrat an Inhaltsstoffen. Schon vor Jahrhunderten beobachtete man seine heilende Wirkung. Verantwortlich dafür sind die zunächst als Gerbstoffe bezeichneten chemischen Verbindungen. Heute zählen die Chemiker diese Stoffe zu den Polyphenolen, die auch zu den wichtigsten Antioxidantien zählen.

Antioxidantien sind wirksamste Verteidigungsmittel, die unser Körper im Kampf gegen freie Radikale einsetzt. Sie neutralisieren freie Radikale, indem sie biochemische Verbindungen mit ihnen eingehen. Die meisten Antioxidantien „spenden“ den freien Radikalen ein Elektron und wandeln sie dadurch in stabile, ungiftige Stoffwechselprodukte um. Diese können die Körperzellen dann weder verschlacken noch schädigen.

Polyphenole kommen in Rotwein, Schokolade, Weintrauben, grünem Tee und anderen Lebensmitteln vor und sind essenziell für uns.

Mittlerweile wird der Inhalt an Antioxidantien pro Gramm in verschiedener Lebensmittel wird in ORAC Einheiten gemessen (ORAC = Oxygen Radical Absorbing Capacity // antioxidative Aktivität)

Demnach weist der Japanischen Matcha Tee der höchsten ORAC Wert von 1573 auf!

Matcha ParfaitMatcha, das grün leuchtende Teepulver aus Japan, gewinnt immer mehr an Beliebtheit in Europa. In Japan ist dieser Tee ein Bestandteil der Teezeremonie und ist sehr kostbar. Matcha ist keine Selbstverständlichkeit im Alltag der Japaner.

Besonderes jüngere Japaner entdecken gerne exotische Teesorten wie Darjeeling, Assam oder aromatisierte Früchte- und Kräuter Tees aus Europa. Ich war sehr amüsiert, als ich in mehreren guten Cafés in Kyoto einen exzellenten losen Darjeeling serviert bekommen habe und zwischen Sacher Torte, Schwarzwälder Kirschtorte und anderen europäischen Spezialitäten wählen durfte.

Was aber aus dem Alltag der Japaner nicht wegzudenken ist Matcha-Eis. Dieses bekommt man an jeder Ecke. Zwar wird für die Herstellung von Matcha-Eis kein hochwertiger Matcha verwendet, den unverwechselbaren Geschmack bekommt das kühle Milchdessert aber trotzdem. Auch Houjicha Eis habe ich entdeckt, obwohl ich den Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig fand. Houjicha ist auch Grüntee, welcher vor allem aus Stängeln besteht (Karigane), der über einer starken Flamme geröstet wird und dadurch einen pikanten, leicht nussigen Geschmack erhält. Houjicha ist sehr beliebt und stark verbreitet in Japan. Den ganzen Beitrag lesen…

Die Hauptstadt der Provinz Zhenjiang, Hangzhou, ist in ganz China bekannt, wegen des Westsees (Xihu), einer idyllischen Landschaft inmitten einer idyllischen Natur. Schon Marco Polo bezeichnete Hangzhou als die schönste Stadt der Welt. Der malerische See, kunstvoll angelegte Gärten sowie Berge mit Quellen und Bächen locken seit Jahrhunderten Gelehrte und Künstler an, die die herrliche Umgebung in Worten und Gemälden festhalten. Auch ich war von der prächtigen Natur und der Pfingstrosengärten beeindruckt.


 

Etwa 6 km südwestlich des Sees liegen die Dörfer Shifeng (Löwengipfel), Longjing (Drachenbrunnen), Meijiawu (Pflaumenblüte) und Hu Pao (Tigersprung), welche für seinen Longjing Tee bekannt sind, der auf den umliegenden Hügeln geerntet wird. Den ganzen Beitrag lesen…

„Nach einem Flug von zwölf Stunden und der siebenstündigen Zeitverschiebung verfällt man zunächst in einen Tiefschlaf, aus dem einen nur ein schriller Wecker herausreißen kann. So ging es mir am ersten Morgen in Japan. Danach das volle Programm, in dem mehrere Teeverkostungen enthalten waren. In Summe habe ich gut einen Liter Grüntee und einige Tassen Matcha verkostet. Die Folge war eine anregende Zeit: Tagsüber gut drauf, aber am Abend kein Funken von wohlverdienter Bettschwere. Das Hirn ließ sich nicht abschalten; auch Kniebeugen und Liegestütze, die in dem winzigen Zimmer kaum machbar waren, halfen nicht. Um drei Uhr nachts noch immer hellwach und keine Spur von körperlicher oder geistiger Müdigkeit. So ging es drei Tage und zwei Nächte. Nachts begann ich darüber zu sinnieren, warum die Japaner ein so fleißiges Volk sind. …“

 

 

Herrn Dr. Glück habe ich in Japan kennengelernt. Er kam zum ersten Mal nach Japan um für sein neues Buch zu recherchieren.  Matcha – “ das gesunde Grünteee-Wunder“ war das spannende Thema seiner Erkundungen.

Ein Jahr später halte ich mein persönliches Exemplar in der Hand. Das Buch ist ein kleiner, aber sehr interessanter und ausführlicher Ratgeber über Matcha. Schritt für Schritt lüftet Herr Dr. Glück in lockerer und witziger Art das Geheimnis um Matcha. Viele interessante Informationen über die traditionellen Hintergründe, die medizinischen Aspekte sowie die genussvolle Verwendung von Matcha sind mit witzigen Geschichten, wie die kleine Anekdote oben,  versetzt.

Das Buch ist absolut empfehlenswert für die Teetrinker, die mehr über das exquisite Getränk erfahren möchten.

Hier gibt es das Buch zu kaufen.

Der Sommer verwöhnt uns dieses Jahr nicht mit seiner Aufmerksamkeit. Auf der Sehnsucht nach der Sonne und der wohltuender Wärme habe ich mir einen Marokkanischen Minztee zubereitet. Die Pfefferminze wächst ja auch reichlich im Garten.

Es mag ungewöhnlich zu sein, dass grüner chinesischer Tee zum Lieblingsgetränk eines Afrikanischen Landes wurde. In vielen Ländern des Kontinents bevorzugt man einen kräftigen Schwarztee. Die Tradition reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als England nach neuen Märkten suchte und Marokko drängte, Tee zu trinken und bei den Engländern zu kaufen. Tee, Teeservice und Zucker wurden im 19. Jahrhundert  als Geschenke an den Königshof von Marokko gesendet und es dauerte nicht lange, bis das Volk begann, Tee zu trinken. Doch die Schwarzen Tees hatten bei Marokkanern wenig Erfolg. Es setze sich chinesischer Grüner Tee durch, der dort mit viel Zucker und Pfefferminze, grüner Minze oder anderen Duftkräutern vermischt wurde. Den ganzen Beitrag lesen…

15.Mrz 2011

Tee-Anbaugebiete in Japan

Japanische Teesorten wie Sencha, Gyokuro oder Matcha haben längst viele Tee-Liebhaber in Deutschland. Hier eine Überblick über die wichtigsten Teeanbaugebiete (Karte zum Vergrößern anklicken):

Von den 47 Japanischen Provinzen sind Shizuoka, Kagoshima und Mie die drei größten Teegebiete. Shizuoka, das Teegebiet westlich von Tokio, befindet sich zwischen dem Mount Fuji in der pazifischen Küste Den ganzen Beitrag lesen…

Gestern hat mich eine Frage von einem Teefreund erreicht. Er versuchte sein Matcha Tee schaumig zu schlagen, was ihm nicht gelinge. 

Hier meine Tipps für einen „schaumigen“ Matcha:

1. Für Matcha Tee sollte, anders als bei Grünen Blatttees, heißes Wasser von ca 80°-90°C verwendet werden, denn je kälter das Wasser ist, desto schwieriger wird es einen Schaum zu bekommen. 
Wenn Matcha-Pulver zuerst mit einen kleinen Menge kaltes Wasser verrührt wird um die die Bildung von Klümpchen zu vermeiden, dann sollte das Wasser zum Aufgießen ca. 90° sein. Grundsätzlich gilt, je besser der Tee ist, desto heißer kann das Wasser sein.

2. Für einen guten Matcha sind 2 Bambuslöffel Pulver und ca. 70 ml. Wasser ausreichend, denn Matcha wird wie Espresso in kleinen Mengen getrunken.

3. Die Qualität des Tees kann auch der Grund sein. Matcha ist ein sehr empfindlicher Tee, der kühl und trocken gelagert werden muss. Auch in Japan wird das Pulver nach dem Mahlen in Kühlschränken aufbewahrt. Matcha verliert sehr schnell die Frische und es ergibt dann keinen guten Geschmack und auch keinen schönen Schaum.

4. Matcha immer mit dem Chasen schlagen. Ist er groß genug für Matchaschale? Wenn der Besen zu klein für die Schale ist, entsteht auch kein schöner Schaum. Ein handelsüblicher Milchschäumer, der oft zum Schlagen empfohlen wird, eignet sich nicht wirklich für Matcha Tee. Ich jedenfalls habe noch nicht geschafft einen vernünftigen Schaum damit zu schlagen.

5. Die Farbe des Schaums ist auch ein Zeichen der Tee-Qualität. Eine schöne leuchtende hellgrüne Farbe des Schaums ist ein Zeichen des guten Matcha Tees. Hochwertiges Matcha-Pulver sieht auch intensiv grün und lebendig aus. Je niedriger die Qualität ist, desto bitterer wird der Tee.

Ich bin sicher, mit diesen Tipps und unserem Video „Zubereitung von Matcha Premium“ wird Euer Matcha-Schaum immer gelingen.

Britta Heidemann  – Kölner Mädel, Steinbock, Energiebündel, Chinaexpertin (Diplom-Regionalwissenschaftlerin Chinas mit dem Schwerpunkt BWL), Weltcup-  und Olympiasiegerin im Fechten. Seit den Olympischen Spielen 2008 in Peking steht die Goldmedalliengewinnerin auf dem ersten Platz der Weltrangliste und ihre sympatische Art verzaubert uns bei jedem Auftritt in den Medien.

In der aktuelle Ausgabe der „freundin Wellfit“ (Herbst 2010) verrät die Teetrinkerin Britta Heidemann ihren Grüntee-Favoriten: „New Spring Green Tea“ aus meiner tea exclusive Kollektion. Recht hat sie! Ich hatte den New Spring aus Yunnan in China wegen seines herrlich frischen und fruchtigen Geschmacks in das Sortiment aufgenommen und schon viele Teetrinker von diesem milden und nicht herben Geschmack überzeugt.
Grüner Tee sei ihr „Gute-Laune-Elexier“, das Trinken ein Ritual so die Chinakennerin in der aktuellen Zeitschrift weiter.

PS. Liebe Britta, ich wünsche Dir für die Fechtweltmeisterschaft vom 5. – 12. November in Paris viel Erfolg. Und falls es mal sportlich nicht so läuft wie es soll – Tee gibt nicht nur Energie, er beruhigt auch!

Homepage von Britta Heidemann: www.britta-heidemann.de

27.Sep 2010

Matcha Zubereitung

Für die Teefreunde, die sich zum ersten Mal an einen Matcha heranwagen, haben wir einen kleinen 2-minütigen Film über die Matchazubereitung gedreht. 

Während meines Aufenthaltes in Japan habe ich Matcha richtig schlagen gelernt. Im Film sind auch die Bilder vom Matcha Feld und der Matcha Manufaktur einbezogen, die ich in Uji besucht habe. Ein Merkmal für die richtige Zubereitung ist ein dicker und fester Schaum auf der Oberfläche des Tees, der auch wesentlich für den Geschmack ist. Auch Klümpchen dürfen nicht den Genuss verderben.

Viel Spass beim „nachschlagen“ von Matcha.

10.Jul 2010

Geschmack des Gyokuros

Gemeinsam mit einem sehr guten Teefreund, der auch ein professioneller Teataster ist, haben wir einige Gyokuros getestet. Ich muss dazu sagen, dass wir keine gewöhnliche Tees verkostet haben, sondern handhergestellte Unikate. Ich habe aus Japan zwei Muster von handgerollten Gyokuros aus dem Gebiet Uji erhalten. Mein Teefreund, der erst seit kurzem die japanischen Tees für sich entdeckt hat, hat einen Kilo Tee von einem alten Meister aus Shizuoka bekommen.
 
Viele Gyokuro Qualitäten haben wir bereits auf der Suche nach den besten Tees kennengelernt. Während meines Aufenthalts in Uji konnte ich mein Wissen vertiefen und die Gyokuros von einfachen, maschinell verarbeiteten bis zu handgerollten Top Qualitäten verkosten.

Wir hatten jetzt richtige Schätze in der Hand und waren natürlich sehr aufgeregt. Jeder handverlesene und handverarbeitete Tee hat eine Seele und eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte von fernen Ländern, langen Regenfällen oder milden sonnigen Frühlingstagen, von Händen, die jedes Teeblatt sorgfältig gepflückt haben, oder rauen Händen des Teemeisters. Jeder Aufguss offenbart diese Geschichte, man muss sie nur hören lernen. Den ganzen Beitrag lesen…

Sand in der WüsteDer Sommer ist längst da. Wir erleben die heißesten Tage des Jahres. Der Thermometer überschreitet die Marke von 35 Grad, der Asphalt beginnt zu flimmern und die Sonne brennt auf der Haut.

Wer bei diesen Temperaturen mit einem Getränk für Abkühlung sorgen möchte, soll am besten heißen Tee trinken. Menschen in heißen Ländern unserer Erde können uns als Vorbild dienen. Bei Temperaturen weit über 30 Grad trinken sie heißen Schwarzen, Grünen Tee oder Minze in kleinen Schlückchen über den Tag verteilt. Auch dann schwitzt man, aber nur leicht.

Dafür gibt es eine plausible medizinische Erklärung. Der Körper produziert soviel Wärme, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt. Trinken wir kalte Getränke, wird von Körper die Wärmeproduktion angeregt um die Kühle im Magen und Speiseröhre auszugleichen. Nehmen wir heiße Getränke zu uns, bekommt der Körper ein zusätzliches Hitzesignal, der Körper fährt die Wärmeproduktion runter. Das führt zu einem ständigen leichten Schwitzen, aber nicht zu sturzbachartigen Schweißausbrüchen. Der heiße Tee verschafft uns somit kurze Zeit später die ersehnte Erfrischung ohne den Kreislauf zu belasten.

Einen besonderen Frischekick verschaffen Pfefferminz-Blätter. Fügen Sie ihrem Lieblingstee ein paar frische Pfefferminzblätter bei. Die Rezeptoren im Mund reagieren auf das Menthol in den Pfefferminzblätter und sorgen für ein angenehmes Frischegefühl.

Einen angenehm erfrischenden und belebenden Tee bekommt man auch aus den Blättern der Zitronenverbene (Verbene, Verveine).

Angenehmes Schwitzen mit Tee!

Eines der Ziele meiner Reise war es auch einen außergewöhnlichen Matcha zu finden. Ein Pulvertee, der für die japanische Tee-Zeremonie benötigt wird, hat in Japan jahrhundertelange Tradition. Bis vor wenigen Jahren in Europa nur von Kennern getrunken, gehört Matcha in jüngster Zeit zu einem modernen Getränk auf dem europäischen Teemarkt. So entwickelt sich eine Vielzahl von Trends rund um den Matcha, welches ursprünglich von buddhistischen Mönchen als Medizin sowie als konzentrationsförderndes Mittel bei Meditationsübungen verwendet wurde.

Ich persönlich trinke sehr gerne Matcha. Leider wurde ich in Laufe der Zeit mit verschiedensten Qualitäten konfrontiert, von den höchsten Graden für die Teezeremonie bis zu niedrigen Graden für die Massenproduktion von Koch- und Backwaren. Für meine kleine Tee-Kollektion wollte ich einen besonderen Matcha finden, der sehr weich, leicht süßlich und ohne bittere Note ist. Bei einem Besuch einer kleinen Manufaktur (die wirklich sehr klein ist) konnte ich die Matcha-Herstellung genauer ansehen und die verschieden Matchas verkosten. Nach dieser Verkostung konnte ich zwar Nächte lang meditieren, aber ich hatte Matcha, das ich suchte.

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Gyokuro gilt als edelster unter den japanischen Tees. Da ich schon einmal in Japan bin, möchte ich natürlich alles über den Kaiser unter den Tees erfahren. Das ich einen Teemeister kennenlernen werde, der für seine Gyokuros weltweit berühmt ist, habe ich nicht zu träumen gewagt.

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31.Mai 2010

Japanreise – Uji

Nach langen Vorbereitungen bin ich einen Tag später als geplant (Aschewolke des Eyjafjallajökull) auf dem Flughafen Osaka-Kansai gelandet. Mein Ziel ist Kyotanabe – eine kleine Stadt im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu. Kyotanabe befindet sich in der Nähe von Kyoto und auch von Uji, der Wiege des japanischen Teeanbaus. Von hier aus werde ich die japanische Teewelt und Teetradition erkunden, viele nette Menschen kennenlernen und unzählige Erfahrungen sammeln.

Uji

Mein Weg führt mich in die Stadt Uji mit seinen unzähligen Teeläden, Restaurants und Konditoreien. Es gibt natürlich überall Matcha-Eis und Matcha-Kuchen, auch Hojicha-Eis habe ich entdeckt. Nach einer Vorführung von Gyokuro-, Sencha- und Matcha-Zubereitung fahren wir entlang des Uji-Flusses in die Tee-Gebiete. Hier wird der beste Tee Japans angebaut. Den ganzen Beitrag lesen…

Ich hatte schon mal erwähnt, dass ich ein großer Verehrer von japanischen grünen Tees bin. Einer davon ist Sencha.

Sencha ist in Japan der Tee für alle Gelegenheiten. Die Teeblätter werden von offenen Teefeldern gepflückt, auf denen sie uneingeschränkt von der Sonne beschienen werden. Er ist unfermentiert, wird nur leicht gedämpft, anschließend getrocknet und geröstet. Sencha hat schöne Nadelstruktur. Der beste Tee stammt auch hier von der ersten Pflückung.

Hier der traditionelle Weg einen Sencha zuzubereiten:

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