Frage des Alters

Ich wollte in Yunnan unbedingt alte Teebäume sehen. Die Teefarmer führten uns auf schmalen Waldpfaden zu den 300, 600 oder sogar 1000 Jahre alten Bäumen. In der Tat weißt niemand so genau wie alt die Teebäume wirklich sind. Es wird immer nur geschätzt anhand von Stammumfang.

Es sind die Pflanzen der Art Camellia sinensis var Assamica die zu Teebäumen werden.

Assamica Blatt

Assamica Blatt

Es gibt zwei Arten der Teepflanzen:

–          Tee-Busch, Camellia sinensis var sinensis, ist stark verbreitet in China, Taiwan und Japan. Die Blätter sind klein, rund und ergeben einen aromatischen, milden Aufguss. Die Pflanzen können nur bis zu 100 Jahre alt werden.

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Der Prinz Su und die Magie des Pu Erh

Einer der Prinzen aus dem Reich zwischen Burma, Laos und Vietnam soll im 8. Jahrhundert die weite Reise zum Kaiserhof der Tang Dynastie nach Chang´an unternommen haben. Auf die Frage, woher er komme, antwortete er, dass seine Heimat noch weiter südlich als das Regengebiet in Südsichuan liege. Der Kaiser soll daher den Namen Yunnan kreiert haben, was in wörtlicher Übersetzung „Wolke-Süd“ bedeutet.

Im Dorf

Für die Ming-Kaiser war Yunnan vor allem ein Verbannungsort für oppositionelle Beamte. Für Chinesen lebten dort lediglich Barbaren, am Rande Ihrer Welt. Wer dorthin verbannt wurde, war meist für immer vergessen. weiterlesen …



Youle Mountain

Stolz führte uns der Tee Farmer Yang Quan Qing durch sein neu gebautes geräumiges Haus aus zwei Stockwerken. Die Preise für gute Pu Er Tees steigen. Es sind viele Teeliebhaber in Ausland, die die Faszination des Pu Er Tees neu entdecken, sowie viele Chinesen, die gerne für einen guten Tee Geld bezahlen. Den Teefarmern in Xishuangbanna geht es gut. Wir haben den regen Bauboom auch in anderen Gebieten beobachtet.

Teebäume
Wir sind im Youle Gebiet. Hier sind noch relativ viele alte Teebäume erhalten geblieben und einige hervorragende grüne Pu Er Tees werden hier produziert. Nach dem hervorragenden Mittagessen, das die Teebäuerin für uns gekocht hat, steigen wir wieder in das Auto ein: Herr Yang Quan Qing möchte uns seine alten Teebäume zeigen. Es sind schöne, gesunde Bäume mit kräftigen dunkel-grünen Kronen. Der älteste soll 300 Jahre alt sein. weiterlesen …



Xishuangbanna

Der Flieger brachte mich Ende Mai von Kunming nach Jinghong in der chinesischen Xishuangbanna Prefektur an der Grenze zu Myanmar und Laos. Pu Erh Tee Liebhaber würden sich wahrscheinlich ein verschlafenes Städtchen umgeben von unberührten Wäldern voll mit wildwachsenden Teebäumen vorstellen. Leider ist es nicht der Fall. Es gibt in einem Land mit einer Milliarde Einwohner kaum kleine Städte. Viele sind gigantisch: mit viel Verkehr und vielen hohen Häuser. So auch die Städte in Xishuangbanna.

Xishuangbanna

Xishuangbanna ist die südlichste aller Präfekturen in der Provinz Yunnan. In dieser Gegend befinden sich die „Six Famous Tea Mountains“ wo der bester Pu Erh Tee seit Generationen von vielen ethnischen Minderheiten sowie auch von den Han Chinesen hergestellt wird.

Die Haupterntezeit ist jetzt vorbei. Es wird nur noch gelegentlich gepflückt. Man kann in Ruhe mit den Tee Farmer am Teetisch sitzen, Maocha aus der neuen Ernte verkosten und sich über z.B. zu wenig Regen in den letzten vier Jahren, geringere Ernten, oder steigende Lohnkosten für Pflücker unterhalten. Mein Weg führte mich weiter nach Youle, Jingmai, Yiwu, Nannuo und in das Simao Gebirge. weiterlesen …



Darjeeling Tee: exotisch und mysteriös, genau wie die Berghänge am Füße der Himalaya, an denen dieser Tee wächst. Seine Geschichte begann Anfang 1800. Sein unvergleichlicher Geschmack verdankt der Tee dem besonderen Bergklima, den Bodeneigenschaften, der Höhenlage und dem Produktionsverfahren. Dieser sehr feine Geschmack und das Aroma, wie der leichte Wind der Himalayas, werden bereits seit mehreren Generationen bei vielen Teeliebhaber sehr geschätzt.

Teepflückerin in Darjeeling

Darjeeling Tee gehörte schon immer zur den hochpreisigen Schwarzen Tees. Dadurch war der Reiz schwarze Teesorten aus anderen Teeanbaugebieten wie Sri Lanka und Kenia als Darjeeling Tee zu verkaufen schon immer sehr groß. So werden weltweit geschätzt 40.000 Tonnen Darjeeling Tee jedes Jahr verkauft, obwohl nur ca. 10.000 Tonnen in den Teegärten Darjeeling jährlich produziert werden. weiterlesen …



Indischer Masala Chai

Trotz der großen Teeanbaufläche hat die indische Bevölkerung keine richtige Teekultur. Sanjay Sharma, der Manager vom Glenburn Tea Estate sagte mir: “In Indien trink man keinen Tee, sondern Milch mit viel Zucker, Gewürzen und etwas schwarzem Tee dazu“. Er sprach vom sogenannten Masala Chai. Dieser Zuckersüße Tee wurde mir in jedem Teil von Indien, ob in Nilgiri, Assam, Darjeeling oder Delhi serviert.

Masala Chai

Ich war sehr gespannt auf das Abendessen. Sanjay ist nämlich ein leidenschaftlicher Koch, abends wollte er ein Teemenü für uns kochen und auch zeigen, wie man einen Masala Chai in Indien kocht. Unter dem Begriff Masala Chai findet man viele verschiedene Rezepte, aber ich wollte endlich ein „Original“ Rezept. weiterlesen …



Glenburn

Ich möchte euch heute an einen der schönsten Plätze auf dieser Welt entführen: den Teegarten Glenburn in Darjeeling.
Nach mehreren Stunden Furcht erregender Fahrt im Geländewagen auf der kurvenreichen Bergstraße habe ich endlich mein Ziel erreicht: der Glenburn Teegarten in West Bengal, an der Grenze zu Sikkim.

Sonnenaufgang
Nach ein paar Tagen im überfüllten, lauten und schmutzigen Kalkutta war ich sehr glücklich wieder in einem Teegarten zu sein. Von dem Haupthaus, das nur ein paar Meter von der Teefabrik entfernt ist, öffnete sich ein atemberaubender Blick: tropischer Wald gemischt mit endlos wirkenden grünen Tee-Teppichen und mit der Himalaya-Bergkette im Hintergrund, dominiert von dem mit Schnee bedeckten Gipfel Mt. Kanchenjunga. weiterlesen …



Eine besondere Teesorte möchte ich heute gerne vorstellen: der Darjeeling Muscatel. Dies ist eine der berühmtesten Teesorten Darjeelings. Sehr oft treffe ich in Teebeschreibungen die Begriffe „Muscatel“, „Muscatel Geschmack“ oder „Muscatel Aroma“. Nur sehr selten handelt es sich dabei um einen wahren Muscatel. Echte Muscatels sind nämlich selten und sehr schnell von Teekenner vergriffen.

Ein Muscatel hat eine Besonderheit: die Teeblätter müssen vor der Pflückung von einem bestimmten Insekt  befallen sein. Dieses Verfahren wird auch in Taiwan benutzt um Oolong Tees (z.B. Oriental Beauty Oolong) herzustellen.

Darjeeling Tee

Als ich Rajah Banerjee vom Makaibari-Teegarten nach Muscatel fragte, erzählte er: „Nach der First Flush Ernte in Darjeeling verlangsamt sich der Wachstum der Teesträucher für 2-3 Wochen. In dieser Zeit, bekannt als Bajhee Periode, erholen sich die Pflanzen von den wachstumsintensiven Frühlingsmonaten. Mit dem ersten ausgiebigen Sommerregen beginnt die neue Wachstumsphase in Darjeeling. Die Natur bejubelt den Regen mit einer Explosion der Lebensenergie. Es ist eine wunderbare Zeit, in der sich die Natur in voller Schönheit präsentiert – mit allen ihren Kreaturen und Blumenpracht.
In einigen Darjeeling-Regionen vermehren sich jetzt die Insekten in großen Mengen und befallen die Teesträucher. In den „angeknabberten“ Teeblättern beginnt bereits jetzt die Fermentation. Zeit für einen wahren Muscatel…“ weiterlesen …



Auf meiner letzten Indien Reise fiel mir auf, dass viele Plantagen in Darjeeling und Nilgiri versuchen neue hochwertigere Tees zu entwickeln und damit bessere Preise zu erzielen. Einige haben kleine Maschinen in China gekauft und versuchen schlicht weg die chinesische Grüntees wie Long Jing und Pi Lo Chun nachzumachen. Der Tee sieht wie der chinesische aus, schmeckt aber anders, da sich die Teesträucher, Bodeneigenschaften und auch der Herstellungsverfahren deutlich von den chinesischen unterscheiden. Weltweit steigt die Nachfrage nach Grünen und Weißen Tees, die „viel gesünder“ sein sollen. In Indien versucht man diesen Trend unbedingt mitzunehmen.

Letzte Woche kam ein Päckchen aus Indien bei mir an. Ein paar Muster waren im Päckchen drin und der Brief aus handgemachtem Papier berichtete mir über einen neuen Trend in Darjeeling: einem Smoked Wine Tea. weiterlesen …



Die neue Ernte der Verbene traf vor kurzem ein. Als ich den Beutel öffnete um die Qualität der grün leuchtenden Blätter zu begutachten, stieg mir ein lebhafter zitroniger Duft in die Nase. Die Erinnerungen an warme Sommertage in Frankreich wurden wach. Dort ist der Tee aus Zitronenverbene sehr beliebt und wird gerne nach dem Essen statt Espresso getrunken.

In unserer Gegend kennen viele die Verbene als Balkonpflanze mit zarten violetten Blüten, oder als Duft in vielen Drogerieprodukten. Dass man aus den  Blättern der Verbene einen wohltuenden Tee, mit einer herrlich spritzigen und angenehmen Zitrus-Note machen kann, wissen nur die wenige. Auch zum Würzen von Speisen eignet sich Verbene hervorragend.

Verzaubert von dem Aroma, habe ich abends meinen Arbeitsplatz in die Küche verlegt. Ein Eis, verfeinert mit Verbene-Blätter sollte es werden. Dazu werden pochierte Pfirsiche serviert. weiterlesen …



Anxi Ti Guan Yin

Ti Guan Yin gehört ohne Zweifel zu berühmtesten Oolong Tees aus China. Seit Jahrhunderten wird dieser Tee in Fujian und auf der Insel Taiwan angebaut, hergestellt und genossen. Ti Guan Yin wird heute fast als Synonym für chinesische Oolong Tees betrachtet.

15 verschiedene Teeproben von Anxi Ti Guan Yin habe ich mittlerweile auf meinem Tisch liegen, die auf Verkostung warten. Alle aus dem Original Anbaugebiet Anxi, alle stammen vom Ti Guan Yin Teebaum, aber alle in unterschiedlichsten Preisklassen.

Auf der Suche nach dem typischen Ti Guan Yin Abgang – geschmeidig und balsamierend mit feinem Duft nach edlen Orchideen –  habe ich alle 15 Teeproben aufgegossen.  Wie können die Proben von einer Teesorte aus demselben Anbaugebiet so unterschiedlich im Geschmack sein? Was macht einen echten Anxi Ti Guan Yin Oolong aus? Große, oliv-grüne Teeblätter ohne Tipps. Gold-gelbe Teetasse rund und fruchtig im Geschmack – der berühmte Guanyin-Abgang. weiterlesen …



Grüntee hat einen riesigen Vorrat an Inhaltsstoffen. Schon vor Jahrhunderten beobachtete man seine heilende Wirkung. Verantwortlich dafür sind die zunächst als Gerbstoffe bezeichneten chemischen Verbindungen. Heute zählen die Chemiker diese Stoffe zu den Polyphenolen, die auch zu den wichtigsten Antioxidantien zählen.

Antioxidantien sind wirksamste Verteidigungsmittel, die unser Körper im Kampf gegen freie Radikale einsetzt. Sie neutralisieren freie Radikale, indem sie biochemische Verbindungen mit ihnen eingehen. Die meisten Antioxidantien „spenden“ den freien Radikalen ein Elektron und wandeln sie dadurch in stabile, ungiftige Stoffwechselprodukte um. Diese können die Körperzellen dann weder verschlacken noch schädigen.

Polyphenole kommen in Rotwein, Schokolade, Weintrauben, grünem Tee und anderen Lebensmitteln vor und sind essenziell für uns.

Mittlerweile wird der Inhalt an Antioxidantien pro Gramm in verschiedener Lebensmittel wird in ORAC Einheiten gemessen (ORAC = Oxygen Radical Absorbing Capacity // antioxidative Aktivität)

Demnach weist der Japanischen Matcha Tee der höchsten ORAC Wert von 1573 auf!



Wer sich an heißen Sommertagen nicht mit einer heißen Tasse Tee abkühlen möchte (was eigentlich zu bevorzugen ist), kann natürlich auch zu einem traditionellen Eistee greifen. Selbstgemacht schmeckt es besser als jeder Fertig-Eistee. Und wenn man beachtet, dass die meisten Eistees aus dem Supermarkt  ca. 15 Würfel Zucker pro Liter enthalten und dazu Aromen und Konservierungsstoffe, ist selbstgemachter Eistee auch wesentlich gesünder.

Damit ein köstlicher und erfrischender Eistee gelingt, habe ich hier ein Paar Tipps für die Zubereitung:

  1. Schwarzer Tee ist die klassische Teesorte für einen Eistee. Am besten eignen sich kräftige Assam-, würzige Ceylon Tees oder Darjeeling Second Flush, da sie sehr schön mit Zucker und Zitrone harmonieren.
  2. Ein köstlicher Eistee können Sie aber auch mit grünem Tee, halbfermentiertem Oolong-Tee, Kräuter- oder Früchtetee zubereiten. Grüner Tee kann mit etwas Pfefferminze verfeinert werden, zu Lemongras geben Sie ein paar Stückchen frischen Ingwer. Früchtetees ist ein hervorragendes Sommergetränk für Kinder. weiterlesen …


In China hat der Tee einen sehr hohen Stellenwert, nicht nur als Genussmittel, sondern als auch ein Getränk, das positive Eigenschaften für unsere Gesundheit und unser Körper hat. Laut der traditionellen Chinesischen Medizin gibt es für jede Jahreszeit einen passender Tee, der sehr positiv unsere Lebensenergie, das so genannte „Qi“ beeinflusst.

Das Qi durchdringt alles und manifestiert sich in vielen verschieden Formen. Im menschlichen Körper fließt das Qi auf vielen miteinander verbundenen Bahnen in unterschiedlichen Richtungen. Jeder Körperteil ist damit ausgefüllt und somit beeinflusst ein ungestörter Qi-Fluß die einwandfreie Funktion der inneren Organe, der Organsysteme und damit unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. das Qi reguliert auch unsere Körperwärme und stärkt den Körpertonus.

Im Frühling wirkt zum Beispiel ein Weißer oder Grüner Jasmin Tee oder mit Osmathus Blüten aromatisierter Oolong Tee sanft wärmend und stimulierend auf die Gemütsverfassung und unser Wohlbefinden. Der psychische Zustand wird positiv beeinflusst, Beklemmungszustände werden gelöst und Frühjahrsmüdigkeit wird leichter überwunden. weiterlesen …



Tee im Sommer

Endlich klettert auch in unserer Region das Thermometer auf hochsommerliche Temperaturen. Warme Tage tun dem Körper und der Seele sehr gut.

Doch der Sommer ist in Deutschland leider immer noch „keine Saison“ für den Teehandel. Meine Eltern, die in einem anderen Land mit sehr ausgeprägter Teekultur leben, wundern sich immer, wenn ich über die mangelnde Teedurst der Deutschen im Sommer erzähle. Denn je heißer es wird, desto öfters wird ein Tee im meiner alten Heimat zubereitet. In meiner Familie ist es oft ein würziger Ceylon oder Pfefferminztee mit reichlich Zucker.

Auch in anderen warmen Ländern wie der Türkei und in Marokko wird bekanntlich auch an heißen Tagen viel heißer Tee getrunken, der dem Körper eine ersehnte Erfrischung verschafft. Denn ein Tasse heißer Tee gibt unserem Körper ein Signal die Wärmeproduktion zu reduzieren und die Wärme, die durch den heißen Tee im Magen entsteht, kühlend auszugleichen. Zudem ist Tee viel gesünder als manch anderes „Sommer-Erfrischungs-Getränk“.

Tee bei Sommerhitze – probierts mal aus!

 



Am  4. oder  5. April, manchmal auch am 6. April werden in China der Toten gedenkt. Das chinesische Qingming-Festival 清明节 fält auf den 106. Tag nach dem chinesischen Bauernkalender und wird bereits seit über 2.500 Jahren gefeiert. Einerseits werden an diesem Tag der Verstorbenen gedacht, in dem man deren Gräber besucht und nur kalte Speisen verzehrt. Andererseits kennzeichnet dieser Tag den Frühlingsanfang. Von nun an wird es immer wärmer und es regnet häufiger, was für die Aussaat und die Felder gut ist.

Dieser Tag spielt auch eine bedeutende Rolle in der Welt des chinesischen Tees. Es wird unterschieden, ob die frisch gesprießten Teeblätter vor dem Qingming Festival oder danach geerntet wurden.

Die Ernte vor dem Qingming Festival wird als Mingqian Tee (明前茶) bezeichnet und ist sehr begehrt unter den Teeliebhabern überall auf der Weilt. Die Teepflanzen haben sich erholt über die Wintermonate, es ist noch sehr kühl und die Teeblätter wachsen sehr langsam. Deshalb ist der Mingqian Tee reicher an Aminosäuren und sein Geschmack sanft und lieblich.

Kurz nach dem Qingming Fest fängt die kleine Regenzeit an. Den Tee, der während dieser Zeit gepflückt und verarbeitet wird, nennt man Yuqian Tee (雨前茶). Die Teeblätter wachsen wesentlich schneller in dieser Zeit. Der Geschmack des fertigen Tees ist sehr frisch und schwer.

Die Tees aus der Mingqian Ernte sind begrenzt und sehr begehrt in China. Kein Wunder, deren Geschmack ist einfach beindruckend. Bereits kurz nach der Ernte sind die Tees ausverkauft, obwohl sie sündhaft teuer sind. Die meisten Mingqian Tees kommen gar nicht bis nach Europa. Ich bin auch nicht sicher, ob ein europäischer Teetrinker genug Wertschätzung für einen Tee dieser Art hat und bereit ist, die verlangten Preise zu bezahlen.

 



Matcha ParfaitMatcha, das grün leuchtende Teepulver aus Japan, gewinnt immer mehr an Beliebtheit in Europa. In Japan ist dieser Tee ein Bestandteil der Teezeremonie und ist sehr kostbar. Matcha ist keine Selbstverständlichkeit im Alltag der Japaner.

Besonderes jüngere Japaner entdecken gerne exotische Teesorten wie Darjeeling, Assam oder aromatisierte Früchte- und Kräuter Tees aus Europa. Ich war sehr amüsiert, als ich in mehreren guten Cafés in Kyoto einen exzellenten losen Darjeeling serviert bekommen habe und zwischen Sacher Torte, Schwarzwälder Kirschtorte und anderen europäischen Spezialitäten wählen durfte.

Was aber aus dem Alltag der Japaner nicht wegzudenken ist Matcha-Eis. Dieses bekommt man an jeder Ecke. Zwar wird für die Herstellung von Matcha-Eis kein hochwertiger Matcha verwendet, den unverwechselbaren Geschmack bekommt das kühle Milchdessert aber trotzdem. Auch Houjicha Eis habe ich entdeckt, obwohl ich den Geschmack etwas gewöhnungsbedürftig fand. Houjicha ist auch Grüntee, welcher vor allem aus Stängeln besteht (Karigane), der über einer starken Flamme geröstet wird und dadurch einen pikanten, leicht nussigen Geschmack erhält. Houjicha ist sehr beliebt und stark verbreitet in Japan. weiterlesen …



Die Hauptstadt der Provinz Zhenjiang, Hangzhou, ist in ganz China bekannt, wegen des Westsees (Xihu), einer idyllischen Landschaft inmitten einer idyllischen Natur. Schon Marco Polo bezeichnete Hangzhou als die schönste Stadt der Welt. Der malerische See, kunstvoll angelegte Gärten sowie Berge mit Quellen und Bächen locken seit Jahrhunderten Gelehrte und Künstler an, die die herrliche Umgebung in Worten und Gemälden festhalten. Auch ich war von der prächtigen Natur und der Pfingstrosengärten beeindruckt.


 

Etwa 6 km südwestlich des Sees liegen die Dörfer Shifeng (Löwengipfel), Longjing (Drachenbrunnen), Meijiawu (Pflaumenblüte) und Hu Pao (Tigersprung), welche für seinen Longjing Tee bekannt sind, der auf den umliegenden Hügeln geerntet wird. weiterlesen …



Swaraj Kumar Banerjee

WIE ICH TEE TRINKE

Die Teesträucher ruhen von November bis Februar. Der First Flush zeigt sich im März. Ich liebe es, vom Schlaf zu erwachen mit diesem an Pfirsiche erinnernden Bouquet.

Wenn der Tag voranschreitet und die Energie gegen Mittag schwindet, beleb ich meine Lebensgeister mit einer Tasse Second Flush „Muscatel. Der Muscatel wird in der Zeit der Trägheit nach dem Geschenk des First Flush produziert.

Der Grüntee wird hergestellt, wenn der Monsunregen die Hänge von Darjeeling reinwäsht. Ich habe mir angewöhnt, während des Nachmittags viele Tassen Grüntee zu geniessen.

Von der Plantagenarbei heimgekehrt, liebe ich es, in der Abenddämmerung eine gute Tasse des rosenähnlichen Autumnal zu trinken, der vor der Winterpause geerntet und hergestellt wird. weiterlesen …



Im Tal des Brahmaputra, in Nord-Bengal und in Nilgiri befinden sich unzählige Teegärten die einen Großteil der Monokultur bilden.   Nahezu alle diese Gärten grenzten einst an große Waldgebiete, von denen inzwischen weniger als ein Zehntel übriggeblieben ist. In Nord-Bengal zeigen sich die Konsequenzen bereits in der Umwelt. Hier kam es zu einigen der größten Erdrutsche Indiens. Den dabei entstandene Bodenverlust versucht man mit der Anwendung von Kunstdünger und Pestiziden auf den noch nutzbaren Flächen auszugleichen.

Auch der Tee leidet darunter, denn es rutschen ganze Teefelder von teilweise über 4.000 m2 den Abhang hinunter. So beuten die „Kräfte des Marktes“ den letzten Rest an Lebensressourcen aus. Immer mehr Teeplantagenbesitzer resignieren und geben den Tee-Anbau auf.

In Makaibari jedoch wird jedes Jahr einer der feinsten Tee geerntet. Der Inhaber der Teeplantage Swaraj Kumar Banerjee bewirtschaftet die Plantage nicht nur biologisch sondern in vollkommenen Einklang mit der Natur und der Erde. Betrachtet man den gegenwertigen Zustand der Hänge des gesamten Hochlandes von Darjeeling, so kommt der Erhaltung der Artenvielfalt im Tier- und Pflanzenreich  in Makaibari noch eine viel umfassendere Bedeutung zu. Man ist erstaunt über die Artenvielfalt und den vorbildlich erhaltenen subtropischen Regenwald, der zwei Drittel der Fläche des Teegartens ziert. Wo sonst in bewirtschaften Gebieten begegnet man noch freilaufenden Leoparden, Panthern, Fasanen, unzähligen Vögeln und einer Fülle von Schmetterlingen? weiterlesen …



Chai gewinnt in Deutschland immer mehr an Popularität. Ob im Teebeutel, lose oder als Instant-Pulver – es gibt ihn in unzähligen Variationen und Geschmacksvarianten. Auch in vielen Cafés bekommt man ihn mittlerweile angeboten. Dabei wissen nur wenige Fans von diesem neuen deutschen Life-Style Trend, dass Chai der populärste Tee in Indien ist.

Schwarzer Tee wird in Indien immer mit Milch getrunken. Man könnte glauben, es handelt sich um eine englische Gewohnheit, dass seinen Ursprung in der Kolonialzeit hat. Doch ist ihr Ursprung tatsächlich rein indisch. Die Inder bemerkten, das die Gerbstoffe im Schwarzen Tee dem Magen schadeten. Also „vermählten“ sie den Schwarzen Tee mit ihrer guten heißen Milch,  die die Wirkung der Gerbstoffe dämpft. Zudem fügten sie ein paar heimische Gewürze hinzu. Der indische Chai war geboren – ein sehr konzentriertes und würziges, aber am Gaumen sehr mildes Getränk. weiterlesen …



„Nach einem Flug von zwölf Stunden und der siebenstündigen Zeitverschiebung verfällt man zunächst in einen Tiefschlaf, aus dem einen nur ein schriller Wecker herausreißen kann. So ging es mir am ersten Morgen in Japan. Danach das volle Programm, in dem mehrere Teeverkostungen enthalten waren. In Summe habe ich gut einen Liter Grüntee und einige Tassen Matcha verkostet. Die Folge war eine anregende Zeit: Tagsüber gut drauf, aber am Abend kein Funken von wohlverdienter Bettschwere. Das Hirn ließ sich nicht abschalten; auch Kniebeugen und Liegestütze, die in dem winzigen Zimmer kaum machbar waren, halfen nicht. Um drei Uhr nachts noch immer hellwach und keine Spur von körperlicher oder geistiger Müdigkeit. So ging es drei Tage und zwei Nächte. Nachts begann ich darüber zu sinnieren, warum die Japaner ein so fleißiges Volk sind. …“

 

 

Herrn Dr. Glück habe ich in Japan kennengelernt. Er kam zum ersten Mal nach Japan um für sein neues Buch zu recherchieren.  Matcha – “ das gesunde Grünteee-Wunder“ war das spannende Thema seiner Erkundungen.

Ein Jahr später halte ich mein persönliches Exemplar in der Hand. Das Buch ist ein kleiner, aber sehr interessanter und ausführlicher Ratgeber über Matcha. Schritt für Schritt lüftet Herr Dr. Glück in lockerer und witziger Art das Geheimnis um Matcha. Viele interessante Informationen über die traditionellen Hintergründe, die medizinischen Aspekte sowie die genussvolle Verwendung von Matcha sind mit witzigen Geschichten, wie die kleine Anekdote oben,  versetzt.

Das Buch ist absolut empfehlenswert für die Teetrinker, die mehr über das exquisite Getränk erfahren möchten.

Hier gibt es das Buch zu kaufen.



Der Sommer verwöhnt uns dieses Jahr nicht mit seiner Aufmerksamkeit. Auf der Sehnsucht nach der Sonne und der wohltuender Wärme habe ich mir einen Marokkanischen Minztee zubereitet. Die Pfefferminze wächst ja auch reichlich im Garten.

Es mag ungewöhnlich zu sein, dass grüner chinesischer Tee zum Lieblingsgetränk eines Afrikanischen Landes wurde. In vielen Ländern des Kontinents bevorzugt man einen kräftigen Schwarztee. Die Tradition reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück, als England nach neuen Märkten suchte und Marokko drängte, Tee zu trinken und bei den Engländern zu kaufen. Tee, Teeservice und Zucker wurden im 19. Jahrhundert  als Geschenke an den Königshof von Marokko gesendet und es dauerte nicht lange, bis das Volk begann, Tee zu trinken. Doch die Schwarzen Tees hatten bei Marokkanern wenig Erfolg. Es setze sich chinesischer Grüner Tee durch, der dort mit viel Zucker und Pfefferminze, grüner Minze oder anderen Duftkräutern vermischt wurde. weiterlesen …



Wann „lebt“ ein Pu Erh nicht mehr?

Im Südwesten Chinas, in der Provinz Yunnan, auch die „Provinz des ewigen Frühlings“ genannt, liegt der Ursprung der Teekultur. Seit über 1700 Jahren wird hier der bekannteste und auch älteste Tee, der Pu Erh hergestellt. Sein Markenzeichen sind der alte Teebaum und am die mehrere Jahre andauernde Teelagerung. Ein natürlich gereifter Pu Erh ist wie ein Mensch, der mit dem zunehmenden Alter unter Last seiner Erfahrungen interessanter wird.

Häufig werde ich gefragt, wie lange man ein Pu Erh Tee lagern kann? Ich kann nur ehrlichen Antwort geben: Ich weiß es nicht… . In der Fachliteratur findet man oft die Aussage, dass nach ca. 30 Jahren Lagerung der Pu Erh seinen Höhepunkt erreicht. Letzte Woche hatte ich die großartige Gelegenheit bekommen viele Pu Erh Schätze zu verkosten, unter anderem Fladen aus den Jahren 1999, 1989 1980,1979 und 1950. Der älteste Tee war bereits 60 Jahre alt und – er lebte. Im Laufe der Zeit wurde der Tee eine individuelle, einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit. Er hatte einen sehr klaren und ruhigen Geschmack den man mit keinem anderen Tee vergleichen kann.

Die Geschichte des Tees zählt mehrere Tausend Jahre. Tee mag keine feste Aussagen und lügt nicht. Mann kann nicht mit mathematischer Genauigkeit das beste Alter, die genauen Ziehzeiten und Wassertemperaturen festlegen. Jeder Tee verrät uns, ob er sorgfältig gepflückt, verarbeitet und gelagert wurde. Wann „lebt“ nun ein Pu Erh nicht mehr? Wann hat er keinen Geschmack und Aroma? Ich weiß es nicht…



Tee und „La Traviata“

Die ersten wärmenden Sonnenstrahlen verwöhnen unsere Seele. Der Frühling ist da und die Natur erwacht aus ihrem Winterschlaf. Schon Anfang Februar kann man sich in unserer Gegend an den wundervollen Blüten dieser exotischen Schönheit erfreuen: der Kamelie, einer engen Verwandten des Teestrauchs.

KamelieIn der Familie der Teestrauchgewächse bildet die Gattung Camellia mit ihren über 100 Arten die größte Sippe. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Nepal bis Japan, mit einem Zentrum der Vielfalt im chinesischen Yunnan. Die meisten Arten der Kamelien wachsen in subtropischen, immergrünen Bergwäldern. Der Teestrauch (camelia sinensis) kann als Wildform zu einem Baum von mehr als 25 m heranwachsen. 

Wahrscheinlich erhielten die Portugiesen über Ihre damalige Kolonie Macao an der Südküste Chinas als erste Europäer Kenntnis von den Kamelien. Von hier aus gelangten im 16. Jahrhundert auch die ersten Teeimporte nach Europa. Erst Jahrzehnte später, am Ende des 18. Jahrhunderts, brachten die Kapitäne der Englischen Ostindien-Kompanie die Vielfalt der Kameliensorten nach England. 

Anfangs noch wenigen Botanischen Gärten vorbehalten, wurde die Kamelie im 19. Jahrhundert zur Modepflanze des Adels und Großbürgertums. Wohlhabende Pflanzenliebhaber, die den Erwerb immer neuer botanischer Kostbarkeiten für ihre Wintergärten und Gartenanlagen anstrebten, zahlten große Summen für die Entdeckung und den Import neuer Kamelien. Gleichzeitig entstanden in ganz Europa Gärtnereien, die den ständig wachsenden Bedarf an neuen Sorten deckten. 

Auch in der Literatur fand die Kamelie ihren Platz. So zeugt Alexandre Dumas 1848 veröffentlicher Roman „Die Kameliendame“ von der allgegenwart der Pflanze zur damaligen Zeit. Wenige Jahre später entstand aus dieser Romanvorlage Guiseppe Verdis Oper „La Traviata“.



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