5.Jul 2012

Tee im Sommer

Endlich klettert auch in unserer Region das Thermometer auf hochsommerliche Temperaturen. Warme Tage tun dem Körper und der Seele sehr gut.

Doch der Sommer ist in Deutschland leider immer noch „keine Saison“ für den Teehandel. Meine Eltern, die in einem anderen Land mit sehr ausgeprägter Teekultur leben, wundern sich immer, wenn ich über die mangelnde Teedurst der Deutschen im Sommer erzähle. Denn je heißer es wird, desto öfters wird ein Tee im meiner alten Heimat zubereitet. In meiner Familie ist es oft ein würziger Ceylon oder Pfefferminztee mit reichlich Zucker.

Auch in anderen warmen Ländern wie der Türkei und in Marokko wird bekanntlich auch an heißen Tagen viel heißer Tee getrunken, der dem Körper eine ersehnte Erfrischung verschafft. Denn ein Tasse heißer Tee gibt unserem Körper ein Signal die Wärmeproduktion zu reduzieren und die Wärme, die durch den heißen Tee im Magen entsteht, kühlend auszugleichen. Zudem ist Tee viel gesünder als manch anderes „Sommer-Erfrischungs-Getränk“.

Tee bei Sommerhitze – probierts mal aus!

 

15.Feb 2011

Ein Juwel aus Ceylon

Um die „Trilogie“ über eine meiner Lieblingsinseln abzuschließen, habe ich noch ein kleines Video zusammen gestellt. Es geht um einen sehr seltenen und auch kostbaren Ceylon Tee: den Silver Tip.

Auf Sri Lanka werden sehr gute, aber überwiegend Massentees, produziert. Denn hochwertige Raritäten wie den Silver Tip zu produzieren ist sehr mühsam und aufwändig. Die Nachfrage nach diesen Tees ist äußerst gering. Für Plantagen-Besitzer ist es profitabler die einfacheren Tees herzustellen und diese in Container-Mengen nach Europa, Russland und die Arabischen Ländern zu verkaufen. Nur sehr wenige experimentieren und produzieren aus Überzeugung Tee-Raritäten.

Ich liebe Ceylon-Tees für ihr intensives, leicht süßliches Aroma, Nuancen von Karamell, Muskat oder Zitrusfrüchten im Geschmack. Auch dem Ceylon Silver Tip verleihen der Regen, die Sonne und der Boden von Nuwara Eliya seinen unvergleichlichen Charakter. Der Tee überrascht mit Süße und angenehmer leichter Feigen-Note. Neben Saphiren  ist er ohne Zweifel ein weiteres Juwel aus Ceylon.

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In alter Zeit nannte man die Insel Rajarata, „Land der Könige“. Arabische Seefahrer und Entdecker nannten sie Serendib, den Chinesen war die Insel bekannt als Si Lan. Für Marco Polo, war sie schlicht „die beste Insel der Welt“, wie er 1293 begeistert notierte. Die portugiesischen Eroberer nannten sie Celao, die Holländer Zeilan, woraus die englischen Kolonialherren endlich Ceylon machten. Die Singhalesen aber nennen die Insel seit der Zeit ihrer Königreiche Sri Lanka, „Strahlend-schönes königliches Land“.

In der Teewelt ist die Insel immer noch unter dem Nahmen Ceylon bekannt. Die Teetradition ist übrigens noch gar nicht so alt hier und seinen Ruf als Teeland verdankt die Insel zwei Engländern:  James Taylor und Thomas Lipton. Bis 1870 war die Insel als zweitgrößter Kaffeeproduzent ein ernsthafter Konkurrent für Brasilien. Damals machte den englischen Kaffeehändlern zunächst die Kaffeeratte und bald darauf auch der für jede Kaffeepflanze tödliche Rostpilz zu schaffen. Vielleicht hätte sich Ceylon niemals zur Tee-Insel entwickelt, wäre da nicht ein Schotte, ein gewisser James Taylor, aufgetaucht. Den ganzen Beitrag lesen…

8.Feb 2011

Nuwara Eliya

Es ist immer wieder schön auf Sri Lanka (Ceylon) zu sein: eine Insel mit kilometerlangen palmengesäumten Sandstränden, mit einsamen Buchten, einer großartiger Bergwelt und Resten von Urwald im Landesinneren, mit sanften Hängen, die von einem Teeteppich bedeckt sind, mit Reisfeldern, Kauchukwäldern und Elefanten.

Von der Hauptstadt Colombo sind es rund 180 Kilometer nach Nuwara Eliya, jenem Ort auf der Insel, den die Briten am meisten liebten und wo sich noch heute der höchste Golfplatz Asiens befindet. Für die kurze Strecke braucht man mit dem Wagen fast einen ganzen Tag, denn die Straße ist schmal und windet sich in endlosen Serpentinen ins Hochland hinauf zu einer märchenhaften Landschaft mit Wasserfällen und einem tiefen Grün. Je höher Tee wächst, umso besser schmeckt er, und von den sechs Teegebieten Ceylons findet man den besten in Nuwara Eliya: einem magischen Ort, den man auch die Stadt des Lichts nennt.

Im Hochland, in der Mitte der Insel, wo es an 200 Tagen im Jahr regnet, die Durchschnittstemperatur nur 16 Grad beträgt und es nachts richtig kalt wird, herrschen optimale Bedingungen für Teeanbau. Die Tees, die hier entstehen, sind sehr mild und zart mit an feinblumigen Darjeeling erinnernden Aroma.

Der schönste Ort in den Bergen Ceylons, Nuwara Eliya, war damals schon ein Kurort für Kolonialbeamte, die dem schwül-heißen Colombo entkommen wollten. Entdeckt hatte das schöne Fleckchen ein britischer Major, der auf der Jagd den Spuren von Elefanten hinauf in die Berge gefolgt war. Das angenehm kühle Klima und die paradiesischen Landschaften mit ihrem saftigen Grün begeisterten die Briten. Ab 1830 rodeten die Kronkolonisten mit zahllosen Elefanten und noch mehr tamilischen Arbeitern den dichten Urwald und pflanzten erst Kaffee, dann Tee.

1.Sep 2009

Die Kraft der Teepflanze

„Strahlend schönes, königlich leuchtendes Land“ – so lautet die Übersetzung des Ländernamens Sri Lankas. Das „Teeland“ entspricht dem „Hochland“ Sri Lankas, der prächtigen grünen, teils hügeligen, teils bergigen Landschaft leicht südlich der Inselmitte. Wie in Indien war es auch in Sri Lanka ein Mann aus dem Britischen Empire, der die Teepflanze im Großem Still anlegen lies. Die Kolonialmächte bedienten sich der Einheimischen als billige Arbeitskräfte, aber der Tee selbst leistete Widerstand.

Teepflückerinnen in Sri Lanka

Teepflückerinnen in Sri Lanka

Allzu gerne würde der Westen zumindest die Weiterverarbeitung in eigene Ländern holen, vergleichbar dem Kaffee. Es liegt aber in der Natur der Pflanze, dass sie unter tropischen  Bedingungen wächst und unmittelbar nach der Pflückung verarbeitet werden muss. Sobald die Blätter gepflückt sind, hat man keine Chance mehr die Qualität der Blätter zu verbessern. Es geht nur darum das Geschmackspotential zu erhalten. Diese Eigenschaft des Tees ist ein Segen für die Entwicklungsländer wie Sri Lanka. Durch Weiterverarbeitung bleibt ein großer Teil der Mehrwert im Land und es werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.

Schulkinder auf einer Teeplantage

Schulkinder auf einer Teeplantage

Die größeren Teeplantagen in Sri Lanka sind so etwas wie kleine geschlossene Dörfer – mit Unterkünften, Gemüsegärten, Schulen, Arztpraxen, Tempeln und sogar kleinen Geschäften. Sie sichern den Alltag und Unterkunft für viele Menschen. Ein großer Wandel ist inzwischen im Land zu beobachten. Sammel-Unterkünfte werden nach und nach abgerissen. Auch mit Internationalen Fördergelder bauen die Teebauern die ersten kleinen Siedlungen für Pflücker-Familien. Ein besseres Leben in den Teedörfern ist inzwischen vitale Angelegenheit der Plantagenbesitzer geworden. Die Plantagen ermöglichen Stipendien für die Kinder an der Universität. Vorschulen sollen den Bildungsstand der Kinder erhöhen. Ein auf der Plantage geborenes Kind hat lebenslanges Recht auf Beschäftigung.

Je wichtiger für die westliche Ländern eine stabile Teeernte wird, desto wichtiger ist die Sicherung der Verhältnisse vor Ort. So nehmen Teetrinker an verschiedenen deutschen Frühstückstischen und anders wo auf der Welt ohne es zu wissen, politisch Einfluss. Langsam, kaum merklich, aber kraftvoll.