16.Mrz 2014

Tee aus Jingmai

Die Tees aus Jingmai (Yunnan/China) zeichnen sich durch ausgeprägte süßlich-blumige Aromen aus. Der Geschmack ist unverkennbar und sehr feminin. Ich mag diesen leichten spritzigen Geschmack des Tees und die Gegend mit seiner üppigen Natur sehr.

Letztes Jahr haben wir einen Pu Erh Tee in dem Da Zhai Dorf für uns herstellen lassen. Dieses Dorf ist eines der bekanntesten in Jingmai, da eine sehr große Anzahl von über 100 Jahre alten Teebäumen (Gu Shu) in dieser Gegend erhalten geblieben ist. Die Fladen wurde für uns nach unseren Vorgaben produziert und gepresst. Jeder Produktionsschritt: von der Pflückung bis zum Pressen der Fladen, wurde von uns beobachtet. Für euch habe ich hier ein paar Bilder von der Gegend und dem Herstellungsprozess:

Pflückung Den ganzen Beitrag lesen…

Ein Stück tropisches Asien, das Xishuangbanna genannt wird, liegt im tiefen Süden Yunnans zwischen Laos und Burma. Das klangvolle Name hat leider eine sehr einfache Bedeutung: „Zwölf Verwaltungseinheiten“. Was der Name nicht hält, macht die Natur wett. Die immergrüne Gegend ist noch Heimat einiger weniger wilder Tiere, die anderswo ausgestorben sind: Elefanten, Tiger,  Leoparden oder  Pythonschlangen. In den Wäldern findet man wertvolle Edelhölzer wie Mahagoni, Kampfer, Sandelholz.

Leider, wie auch überall auf der Welt, hält die Natur dem unternehmerischen Geist der Menschen nicht stand. Etwa 1.500 km haben wir bereits in der ersten Woche mit dem Auto zurückgelegt: Yiwu, Youle, Nannuo Shan… Unterwegs nicht zu übersehen waren riesige Waldflächen, die sehr geordnet und gleich wirkten: Kautschuk-Plantagen.

Kautschuk Landschaft

Xishuangbanna wird immer weiter abgeholzt, um wirtschaftlich profitableren Kautschuk-Plantagen Platz zu machen.

Nach einem Bericht der Zeitung Business Herald als Folge dieser Entwicklung ist die Waldfläche in dieser Region auf weniger als die Hälfte geschrumpft. Aber nicht nur das Abholzen ist das größte Problem: Großflächige Kautschuk-Monokulturen bedrohen die Artenvielfalt und beeinflussen direkt die Lebensqualität der Menschen. Der Wald kann seiner Funktion in Klimaregulation und Wasserspeicherung nur noch eingeschränkt nachkommen. Hierzu kommt Bodenerosion und eine ausgelaugte Landschaft. Den ganzen Beitrag lesen…

9.Jul 2012

Tee für jede Jahreszeit

In China hat der Tee einen sehr hohen Stellenwert, nicht nur als Genussmittel, sondern als auch ein Getränk, das positive Eigenschaften für unsere Gesundheit und unser Körper hat. Laut der traditionellen Chinesischen Medizin gibt es für jede Jahreszeit einen passender Tee, der sehr positiv unsere Lebensenergie, das so genannte „Qi“ beeinflusst.

Das Qi durchdringt alles und manifestiert sich in vielen verschieden Formen. Im menschlichen Körper fließt das Qi auf vielen miteinander verbundenen Bahnen in unterschiedlichen Richtungen. Jeder Körperteil ist damit ausgefüllt und somit beeinflusst ein ungestörter Qi-Fluß die einwandfreie Funktion der inneren Organe, der Organsysteme und damit unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit. das Qi reguliert auch unsere Körperwärme und stärkt den Körpertonus.

Im Frühling wirkt zum Beispiel ein Weißer oder Grüner Jasmin Tee oder mit Osmathus Blüten aromatisierter Oolong Tee sanft wärmend und stimulierend auf die Gemütsverfassung und unser Wohlbefinden. Der psychische Zustand wird positiv beeinflusst, Beklemmungszustände werden gelöst und Frühjahrsmüdigkeit wird leichter überwunden. Den ganzen Beitrag lesen…

31.Mrz 2011

Wann „lebt“ ein Pu Erh nicht mehr?

Im Südwesten Chinas, in der Provinz Yunnan, auch die „Provinz des ewigen Frühlings“ genannt, liegt der Ursprung der Teekultur. Seit über 1700 Jahren wird hier der bekannteste und auch älteste Tee, der Pu Erh hergestellt. Sein Markenzeichen sind der alte Teebaum und am die mehrere Jahre andauernde Teelagerung. Ein natürlich gereifter Pu Erh ist wie ein Mensch, der mit dem zunehmenden Alter unter Last seiner Erfahrungen interessanter wird.

Häufig werde ich gefragt, wie lange man ein Pu Erh Tee lagern kann? Ich kann nur ehrlichen Antwort geben: Ich weiß es nicht… . In der Fachliteratur findet man oft die Aussage, dass nach ca. 30 Jahren Lagerung der Pu Erh seinen Höhepunkt erreicht. Letzte Woche hatte ich die großartige Gelegenheit bekommen viele Pu Erh Schätze zu verkosten, unter anderem Fladen aus den Jahren 1999, 1989 1980,1979 und 1950. Der älteste Tee war bereits 60 Jahre alt und – er lebte. Im Laufe der Zeit wurde der Tee eine individuelle, einzigartige und unverwechselbare Persönlichkeit. Er hatte einen sehr klaren und ruhigen Geschmack den man mit keinem anderen Tee vergleichen kann.

Die Geschichte des Tees zählt mehrere Tausend Jahre. Tee mag keine feste Aussagen und lügt nicht. Mann kann nicht mit mathematischer Genauigkeit das beste Alter, die genauen Ziehzeiten und Wassertemperaturen festlegen. Jeder Tee verrät uns, ob er sorgfältig gepflückt, verarbeitet und gelagert wurde. Wann „lebt“ nun ein Pu Erh nicht mehr? Wann hat er keinen Geschmack und Aroma? Ich weiß es nicht…

29.Nov 2010

Pu Erh – Faszination des Alters

Der Lauf der Zeit mindert oft den Wert der Gegenstände, die uns umgeben. Auch der Wert des Tees sinkt meistens mit zunehmendem Alter. Bei Weißen, Grünen oder leicht fermentierten Oolongs ist Frische ein wichtiges Qualitätskriterium für Teetrinker.

Es gibt aber auch Ausnahmen in der Teewelt. Der Pu Erh Tee. Seine Entstehung ist die älteste Art der Teeproduktion. Während sich die Kunst der Teeherstellung über Jahrtausende veränderte und verfeinerte: von Ziegeltee, der gekocht wurde in der Tang-Dynastie, und Blättertee, der gebrüht wurde in der Ming-Dynastie, bis hin zu den unzähligen Varianten der Oolongtees, Weißen und Gelben Tees, blieb die Herstellung des Pu Erh Tees fast unverändert.

Warum finden viele Teeliebhaber alten gereiften Pu Erh Tee aus einem alten Jahrgang so großartig und faszinierend? Ist es „die Leidenschaft und Vorfreude“ des Wartens, besonders wenn man eigene Tee-Fladen fünf, zehn oder gar dreißig Jahre lang lagert und am Ende der Lagerung das Gefühl hat „das Jahrhundert Projekt“ abgeschlossen zu haben? Oder ist es dieser einzigartige und besonders sanfte Geschmack des über Jahre gereiften Tees?

Während der Lagerung reagieren Wasser, Sauerstoff, Sacharide und andere organische Elemente der Teeblätter miteinander, so das im Laufe der Zeit neue Substanzen entstehen; die Teeblätter verändern sich. Junge Teeblätter beinhalten sehr viele Alkaloide – Substanzen, die den Tee bitter machen. Durch die Oxidations-Prozesse im Pu Erh Fladen entstehen Substanzen wie Pflanzenfett und Sacharide, die die bitteren Alkaloide auflösen. Aus diesem Grund geben die Tibeter bei der Zubereitung von frisch gemachten Pu Erh auch etwas Butter bei.

Also je älter ein Pu Erh Tee, desto weicher und aussagekräftiger wird er.

17.Feb 2010

Geheimnisvoller Pu Erh

Schon lange wollte ich einen Bericht über Pu Erh Tee schreiben. Ich selbst habe den echten natürlich gereiften Pu Erh erst sehr spät entdeckt. Mehrmahls habe ich handelsüblichen losen Pu Erh gekauft, um mir ein Bild über diesen mysteriösen Tee zu machen, und erlebte dabei große Enttäuschung.

Ich konnte einfach nichts Beeindruckendes in diesem staubig-erdigen Geschmack und Aroma, das mehr an Stallgeruch erinnert, finden. Und schon gar nicht konnte ich verstehen, warum auf dem Markt exorbitante Preise für diesen Tee erzielt werden.

Bis ich eines Tages eine Pu Erh Verkostung mitgemacht hatte. Nichts gemeinsames mit einfachen, schnell und künstlich gereiften losen Pu Erhs die ich kannte. Was für ein Geschmackserlebnis! Ein faszinierender Tee mit unglaublich vielen Fassetten, intensiven blumigen Aromen und Fruchtnoten.

Pu Erh ist einzigartig in vielerlei Hinsicht:

  • Er ist die einzige Tee-Sorte, der über mehrere Jahre natürlich fermentiert (heller Pu Erh), oder künstlich (dunkler Pu Erh) durch manuelle Prozessevergoren wird.
  • Die Anzahl der Jahre unddie Lagerungsbedingungen (feucht oder trocken) haben großen Einfluss auf Geschmack und Aroma.
  • Für Original Pu Erh werden große Blätter von wilden Tee-Bäumen aus der chinesischen Provinz Yunnan verwendet. Einige Bäume sind viele Hundert Jahre alt. Andere Bäume, die in der Nähe wachsen, wie Kampfer, können dem Tee feine Nuancen vermitteln.
  • Er hat eine sehr lange Geschichte, die in Han-Dynastie (220 n. Chr) vielleicht sogar in die Shang-Dynaste reicht. Puh Erh wurde sogar als eine Form der Währung verwendet.
  • Er wird traditionell in eine Vielzahl von Formen und Größen gepresst, um die Lagerung einfach zu machen. Es gibt Tee in Form von Ziegel, Pilze, Nester.
  • Er ist einer der wenigen Tees, der mit dem Alter besser wird, wie ein guter Wein.
  • Er wird oft gesammelt. Es gibt privaten Sammlungen im Wert von mehreren Hundert Tausend Dollar. In Asien wird der Tee als eine Investition betrachtet.

Diese Kombination von Umweltbedingungen, Verwendung von Teebaum-Blätter und Verarbeitungstechniken gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Pu Erh ist eine einzigartige und besondere Teesorte. Denken Sie an die Weine mit allen ihren unzähligen Sorten und Geschmacksrichtungen und Sie beginnen den Reichtum von Pu Erh zu verstehen.

Und mein Kännchen mit dem wunderbaren Yiwu Wild Arbor aus dem Jahre 2008 ist, während ich dieses Bericht schrieb, auch leer geworden.

Superior-Oolong

China ist bekanntlich die Heimat des Tees. Schon vor 5000 Jahren haben die Chinesen die Teesträucher entdeckt und genutzt. Jede Region pflegt seine eigene jahrhundertlange Tradition der Teeherstellung. Entsprechend ist  auch die Vielfalt der chinesischen Teesorten.

Damit die Teetrinker den Überblick über alle Teesorten behalten, werden in China Tee-Wettbewerbe veranstaltet. Im Laufe der Zeit haben sich einige Teesorten herauskristallisiert, die häufig zu den Gewinnern dieser Wettbewerbe gehören. Diese Teesorten werden in Listen „Top 10 bester China Tees“ zusammen gefasst. Eine einheitliche Liste scheint aber nicht zu existieren. Die Listen variieren abhängig von der Region und von dem aktuellen Tee-Trend.

Folgende China Tees erscheinen am häufigsten in 20 verschiedenen Chart-Listen:

Rang Teebezeichnug gängige europäische
Bezeichnung
Herkunft Typ
1 Long Jing Drachenbrunnen Hangzhou
(Zhejiang)
Grüner Tee
2 Bi Luo Chun
(Pi Lo Chun)
Jadegrüne Frühlingsschnecke Suzhou
(Jiangsu)
Grüner Tee
3 An Xi Tie Guan Yin Eisen Buddha Anxi
(Fujian)
Oolong Tee
4 Huang Shan Mao Feng Der Gipfel des Huang Berges Huangshan
(Anhui)
Grüner Tee
5 Jun Shan Yin Zhen Silber Nadel aus Jun Shan Yueyang
(Hunan)
Gelber Tee
6 Qi Men Hong Cha Keemun Qimen
(Anhui)
Schwarzer Tee
7 Wu Yi Yan Cha Wuyi-Felsentee Wuyi
(Fujian)
Oolong Tee
8 Liu An Gua Pian Melonenkerne Jinzhai
(Anhui)
Grüner Tee
9 Bai Hao Yin Jan Weißhaarige Silbernadel Fuding
(Fujian)
Weißer Tee
10 Pu-Erh Pu-Erh Simao
(Yunnan)
Schwarzer Tee

 

Allein der Name des Tees aus der Top10-Liste garantiert Ihnen aber nicht den besten Genuss, da die berühmten Sorten verschiedene Qualitätsstufen aufweisen. Die besten Tees kommen aus der Frühlingspflückung. In dieser Jahreszeit herrschen optimale Naturbedingungen für die Teepflanze: mäßige Temperaturen, optimale Verhältnisse zwischen Sonnescheindauer und Niederschlag. Die Tees aus Frühlingspflückungen erzielen sehr hohe Preise. Deren Mengen sind aber begrenzt und die Teebauern können nicht allein davon leben. Deshalb pflücken Sie auch im Sommer und im Herbst und produzieren minderwertigeren Tee für den breiten Markt.

Häufig findet man berühmte Teenamen die aber in anderen Anbau-Gebieten hergestellt worden sind. Diese unterscheiden sich aber von den herkömmlichen Sorten, da bekanntlich die Klimabedingungen, Bodeneigenschaften und die Traditionen in der Verarbeitung großen Einfluss auf die Qualität des Tees haben.

Sushi

In verschiedenen Kulturen ist eine Tasse Tee ein fester Begleiter zur jede Mahlzeit. Ob Frühstück, Brunch, Mittagessen, Abendbrot oder spätes Mahl, es gibt immer einen passenden Tee dazu. Denn der Tee hat die Eigenschaft das Geschmacks- und Geruchsempfinden zu sensibilisieren. Er betont die geschmacklichen Eindrücke und hebt die Feinheiten der Speise hervor. Und viele Gerichte bilden mit dem Tee ein „Paar“.

Aber wie lässt sich das fantastische Potential des Tees mit unseren Speisen kombinieren. Hier sind ein paar einfache Regeln: 

Weisse Tees haben sehr zarte Aromen und sind hervorragende Begleiter zu milden, nicht zu intensiven sahnigen und zitronigen Speisen zu hellem Geflügel und Süßwasserfisch sowie zu leichten Desserts aus Mandeln oder Kokosnuss.

Grüne Tees sind sehr vielseitig und passen sich leicht an. Sie harmonieren mit nicht zu stark gewürzten Speisen: Gemüse, Meeresfische und Meeresfrüchte, Reis und gedämpfte Teigtaschen. Ein japanischer Sencha kombiniert sehr gut mit Zander. Je nach spezifischer Note des Tees – gemähtes Gras, Algen, unreifes Getreide – lässt sich die Abstimmung optimieren.

Leicht oxidierte Oolongs sind besonders heikel, wenn es um die richtige Kombination geht. Sein blumiges oder fruchtiges Aroma wird von schweren, stark gewürzten Speisen schnell zerstört. Sehr gut lassen sich mit „grünen Oolongs“ Schweinefleisch und gedämpfte Teigtaschen, aber auch Jakobsmuscheln, Scampi und Garnelen vermählen. Stärker fermentierte Oolongs vertragen auch kräftigere Begleiter, selbst Karamelltöne oder Sojasauce.

Schwarze Tees kommen am häufigsten vor und sind einfach zu kombinieren. Am besten passen sie zu zu pikanten Gerichten und zu Braten. Schwarzer Tee liebt Fleisch und Curry, Konfitüren und Schokoladen-Speisen.

Pu-Erh Tees werden in China traditionell zu fetten Speisen serviert. Sie passen zu allen vollmundigen Speisen, zum Wildfleisch, Ente, geräuchertem Fisch, würzigen getrockneten Wurst und Innereien.

Mit diesen einfachen Regeln können Sie selbst einen Tee passend zu Ihren Mahlzeiten auswählen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Besonderheiten jeder Sorte kennen zu lernen und um herauszufinden, mit welcher Speise sie am besten harmoniert.

 Es lohnt sich und bereitet immer wieder einen neuen Genuss.