Panda Tee

Das Leben ist voll Überraschungen, und wie der Zufall es will, traf ich in der Stadt Ya’an im Südwesten der chinesischen Provinz Sichuan Herrn An Yanshi. Letztes Jahr zog er die Aufmerksamkeit Reuters, der BBC und anderer globalen Medien auf sich, als er ankündigte, dass er den weltweit teuersten Tee produziert. Es ging um Panda-Tee.

Eigentlich ist Herr An Yanshi ein sehr berühmter Kalligraf und unterrichtet Kalligrafie in der Universität von Sichuan. Eines Tages entschied er Tee zu produzieren, als er hörte, dass Panda-Bären nur 30 Prozent der in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe absorbieren. Demnach soll der Panda-Mist ein hervorragender Dünger sein. Außerdem sind die Panda Bären vom Aussterben bedroht – das macht die Tiere so kostbar, auch ihre Abfallprodukte.

Panda Tee

Letztes Jahr mietete Herr An drei Teegärten, kaufte bei der Panda-Forschungsstation in Chengdu Panda-Mist und begann mit seinem Experiment. Es soll der teuerste Tee der Welt werden.

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen. Überall auf der Welt hat man ihm von seinem Tee gehört. Der erste Tee wurde auch geerntet und verarbeitet. Es gibt grüne und schwarze Tees. Und zu jedem Tee gibt es natürlich eine schöne Geschichte. Ich war sehr überrascht und habe mich sehr gefreut, als Herr An mir seine Kalligrafie und ein Box mit Probe-Tüten schenkte. (mehr …)

Pu Erh Konzentrat

Schon mal von Pu Erh Konzentrat gehört? Ich hab es probiert.

Es soll einer der neuesten Trends in der Pu Erh Produktion sein. Herr Wang Xi Qun von der Cha Ma Si Teefabrik erzählte mir, dass das Vorbild für das Konzentrat Cha Gao, oder Pu Erh Paste ist, die bereits zum ersten Mal in der der Tang-Dynastie hergestellt werden sollte. Die Informationen über diesen seltenen Tee fand man in alten chinesischen Medizin Büchern. Die Pu Erh Paste sollte positiv auf die Verdauung wirken und half schneller nach dem Alkohol Genuss nüchtern zu werden. Das Herstellungsverfahren galt lange als verloren.

Pu Erh Konzentrat

In den 50-er Jahren wurden Teehersteller in Yunnan von der Chinesischen Regierung beauftragt Pu Erh Paste (Cha Gao) für die chinesische Armee im Tibet Einsatz zu produzieren. Es wurde angenommen, dass die Paste die Armee mit den wichtigen Nährstoffen versorgen würde, das knapp in den hohen Bergen Tibets waren. Nach langen tüfteln und experimentieren hat man ein Herstellungsprozess für das Pu Erh Konzentrat entwickelt. (mehr …)

Kautschuk, Bananen und alte Teebäume

Ein Stück tropisches Asien, das Xishuangbanna genannt wird, liegt im tiefen Süden Yunnans zwischen Laos und Burma. Das klangvolle Name hat leider eine sehr einfache Bedeutung: „Zwölf Verwaltungseinheiten“. Was der Name nicht hält, macht die Natur wett. Die immergrüne Gegend ist noch Heimat einiger weniger wilder Tiere, die anderswo ausgestorben sind: Elefanten, Tiger,  Leoparden oder  Pythonschlangen. In den Wäldern findet man wertvolle Edelhölzer wie Mahagoni, Kampfer, Sandelholz.

Leider, wie auch überall auf der Welt, hält die Natur dem unternehmerischen Geist der Menschen nicht stand. Etwa 1.500 km haben wir bereits in der ersten Woche mit dem Auto zurückgelegt: Yiwu, Youle, Nannuo Shan… Unterwegs nicht zu übersehen waren riesige Waldflächen, die sehr geordnet und gleich wirkten: Kautschuk-Plantagen.

Kautschuk Landschaft

Xishuangbanna wird immer weiter abgeholzt, um wirtschaftlich profitableren Kautschuk-Plantagen Platz zu machen.

Nach einem Bericht der Zeitung Business Herald als Folge dieser Entwicklung ist die Waldfläche in dieser Region auf weniger als die Hälfte geschrumpft. Aber nicht nur das Abholzen ist das größte Problem: Großflächige Kautschuk-Monokulturen bedrohen die Artenvielfalt und beeinflussen direkt die Lebensqualität der Menschen. Der Wald kann seiner Funktion in Klimaregulation und Wasserspeicherung nur noch eingeschränkt nachkommen. Hierzu kommt Bodenerosion und eine ausgelaugte Landschaft. (mehr …)

Frage des Alters

Ich wollte in Yunnan unbedingt alte Teebäume sehen. Die Teefarmer führten uns auf schmalen Waldpfaden zu den 300, 600 oder sogar 1000 Jahre alten Bäumen. In der Tat weißt niemand so genau wie alt die Teebäume wirklich sind. Es wird immer nur geschätzt anhand von Stammumfang.

Es sind die Pflanzen der Art Camellia sinensis var Assamica die zu Teebäumen werden.

Assamica Blatt

Assamica Blatt

Es gibt zwei Arten der Teepflanzen:

–          Tee-Busch, Camellia sinensis var sinensis, ist stark verbreitet in China, Taiwan und Japan. Die Blätter sind klein, rund und ergeben einen aromatischen, milden Aufguss. Die Pflanzen können nur bis zu 100 Jahre alt werden.

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Der Prinz Su und die Magie des Pu Erh

Einer der Prinzen aus dem Reich zwischen Burma, Laos und Vietnam soll im 8. Jahrhundert die weite Reise zum Kaiserhof der Tang Dynastie nach Chang´an unternommen haben. Auf die Frage, woher er komme, antwortete er, dass seine Heimat noch weiter südlich als das Regengebiet in Südsichuan liege. Der Kaiser soll daher den Namen Yunnan kreiert haben, was in wörtlicher Übersetzung „Wolke-Süd“ bedeutet.

Im Dorf

Für die Ming-Kaiser war Yunnan vor allem ein Verbannungsort für oppositionelle Beamte. Für Chinesen lebten dort lediglich Barbaren, am Rande Ihrer Welt. Wer dorthin verbannt wurde, war meist für immer vergessen. (mehr …)

Youle Mountain

Stolz führte uns der Tee Farmer Yang Quan Qing durch sein neu gebautes geräumiges Haus aus zwei Stockwerken. Die Preise für gute Pu Er Tees steigen. Es sind viele Teeliebhaber in Ausland, die die Faszination des Pu Er Tees neu entdecken, sowie viele Chinesen, die gerne für einen guten Tee Geld bezahlen. Den Teefarmern in Xishuangbanna geht es gut. Wir haben den regen Bauboom auch in anderen Gebieten beobachtet.

Teebäume
Wir sind im Youle Gebiet. Hier sind noch relativ viele alte Teebäume erhalten geblieben und einige hervorragende grüne Pu Er Tees werden hier produziert. Nach dem hervorragenden Mittagessen, das die Teebäuerin für uns gekocht hat, steigen wir wieder in das Auto ein: Herr Yang Quan Qing möchte uns seine alten Teebäume zeigen. Es sind schöne, gesunde Bäume mit kräftigen dunkel-grünen Kronen. Der älteste soll 300 Jahre alt sein. (mehr …)